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T^eithin sichtbar erhebt sich vor der
W Silhouette des westlichen Thüringer Waldes auf hohem Fels die Wartburg. Wechselhaft war das Gepräge der Bergfeste und wechselvoll ihre Geschichte.
Als Gründer der Burg gilt der Thüringer Graf Ludwig der Salier, den man auch den Springer nennt. Wie andere deutsche Partikularfürsten nutzte er die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum aus, um seine eigene Hausmacht zu festigen und zu erweitern. Widerrechtlich nahm er Besitz von dem Berg, und die Sage berichtet, daß er die Burg im Jahre 1067 gegründet hat. Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr io8o. Als die kaiserlichen Truppen in der Nähe von Mühlhausen, bei Flarchheim, geschlagen waren und sich in das südliche Thüringen zurückgezogen hatten, wurden sie von einer Besatzung der Wartburg überfallen und auseinandergetrieben. Diesem Bericht zufolge muß die Wartburg schon zu jener Zeit eine gut ausgebaute Wehranlage gewesen sein. Der Sohn Ludwigs des Springers erlangte Reichsfürstenwürde und wurde somit der erste Landgraf von Thüringen. Die Thüringer Landgrafen gehörten bald zu den mächtigsten Territorialfürsten des Reiches, und die Wartburg wurde der glänzende Mittelpunkt des Landes. Die Landgrafen Ludwig III. (1172-1190) und Hermann I. (1190-1217) ließen den prunkvollsten Bau der Wartburg errichten, den Palas, der eines der schönsten Beispiele romanischer Profanarchitektur in Deutschland ist. Doch nicht nur die Baukunst erlebte hier einen einzigartigen Aufschwung. Neben dem Babenberger Hof in Wien wurde die Wartburg ein geistiger Mittelpunkt in Deutschland und ein lebendig sprudelnder Quell der mittelalterlichen Klassik. Die Namen der Minnesänger Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Veldeke sind eng mit der Wartburg verbunden. Vor allem Walthers politische Lieder und seine Liebesgedichte mit ihrer schlichten Volkstümlichkeit gehören noch heute zu dem kostbarsten Gut der deutschen Nationalliteratur. Im 16. Jahrhundert gewann die Wartburg abermals denkwürdige geschichtliche Bedeutung. Dr. Martin Luther verbrachte ein Jahr (1521/22) als freiwilliger Gefangener im Schutze ihrer Mauern. In dieser Zeit schuf er mit seiner Übersetzung des Neuen Testaments die Grundlage für eine allen Deutschen verständliche Schriftsprache.
Drei Jahrhunderte nach Luthers Verweilen auf der Burg verlebte hier Goethe Stunden der Erholung von seinen ihm oft widerwärtigen Staatsgeschäften. Goethe war es auch, der im 19. Jahrhundert Kunstwerke restaurieren und auf die Burg bringen ließ.
1817 trafen sich auf der Burg fortschrittlich gesinnte deutsche Studenten und Professoren und bekundeten ihren Willen, stets für die Rechte des