Bővebb ismertető
Kapitel I
Die Geschichte
der Iberischen Halbinsel
Ein Ausschnitt aus der bemalten Decke der Grotte von Altamira: Die vor ßnfzehntau-send Jahren entstandenen Bilder, der Gipfel der paläolithischen Felsmalerei, zeigen vor allem in rotem Ocker, Eisenoxyd und Holzkohle gemalte Wisente.
Die Iberische Halbinsel ist einerseits vom übrigen Europa durch die hohe Bergkette der Pyrenäen getrennt, andererseits von Nordafrika durch die Straße von Gibraltar, wo sich Mittelmeer und Atlantischer Ozean begegnen. Trotz ihrer Lage im äußersten Westen des Kontinents bildet sie eine Brücke zwischen Europa und Afrika, was ihre ganze Geschichte bestimmen soll, die sich durch eine ständige Bewegung des Ausbalancierens kennzeichnet: Bald nimmt Spanien am europäischen Geschehen teil, bald nähert es sich Nordafrika an. Zwischen diesen Extremen gibt es auch Perioden des Isolationismus und der Besinnung auf sich selbst.
Als Spanien seine Vorgeschichte hinter sich läßt, sieht es sich mit der großen See- und Handelsmacht der Punier vereinigt, die in Anlehnung an ihre Hauptstadt Karthago in Spanien Carthago nova (Cartagena) gründeten. Die Iberische Halbinsel ist also eng mit der Südküste des Mittelmeers verbunden. Mit dem Ende der Punischen Kriege wird sie dem Römischen Reich einverleibt und erlebt über ein halbes Jahrtausend ihre höchste Blütezeit.
Später, als die großen Invasionen das Römische Reich zerstört hatten, wird Spanien - vom Ende des 5. Jahrhunderts an - unter den westgotischen Königen von Toledo schnell geeint. Um die gleiche Zeit wird das übrige Europa jenseits der Pyrenäen von Banden plündernder Eindringhnge verwüstet und aufgestückelt. Aber die westgotische Einheit wird um den Preis der arianischen Ketzerei erkauft, der die Herrscher von Toledo anhängen. Der Arianismus trennt das Land von der restlichen christhchen Welt, die kathohsch ist. Nachdem der Hof den Glauben seines Volkes angenommen hatte, entzündete die Renaissance Isidors (7. Jahrhundert) in Spanien die Flamme einer Kultur, die im Westen zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war. Nach der Vernichtung des westgotischen Reiches durch die arabischen Berber setzt sich jedoch erneut der Partikularismus durch. Als diese in der Zeit von 711 bis 714 aus dem ganzen Land eine Provinz der mushmischen Welt machen, gewinnt die Anziehungskraft, die Afrika ausstrahlt, die Oberhand. Fortan verleiht die maurische Kultur Spanien für die Dauer von über siebenhundert Jahren ein im Westen einzigartiges Gesicht. Eine hohe synkretische Zivihsation erblüht, in der die verschiedenen Strömungen nebeneinander bestehen: arabische (der Omaijaden), christliche, mozarabische sowie byzantinische, berberische und jüdische.
Über alle Wechselfälle der Reconquista, oder Wiedereroberung, hinweg, zuerst vom Königreich Asturien, dann von dem von León geführt, wird bei den Christen im Norden der Halbinsel ein Nationalismus ganz besonderer Art wach, der auf dem mozarabischen Ritus begründet ist. Das übrige Europa, durch den Aufstieg der großen Mönchsorden gestärkt, wird allerdings erst dann Ruhe geben, wenn diesem spanischen Partikularismus ein Ende gesetzt worden und Spanien in den Schoß der katholischen Kirche zurückgekehrt ist. Dieser Aufgabe werden im romanisch-gotischen Zeitalter Kaiser und Papst mit Unterstützung von Mönchen aus Frankreich und ItaUen sowie Pilgern zum Grab des Heiligen Jakobus gerecht. Das Ende der Reconquista, das 1492 mit dem Fall von Granada und der Entdeckung der Neuen Welt zusammenfällt, kennzeichnet