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Mrs. Cozzolina probierte die Suppe - eine kráftige, sámige Tomatensupjpe, gerade mit der richtigen Prise Knoblauch. Sie schmatzte - die Suppe war gut. Mit einem erleichterten Seufzer ging sie an den Tisch zurück, um Ravioli mit gehacktem Hühnerfleisch zu füllen. Es war ein langer und heiBer Junitag gewesen, aber jetzt lag Regen in der Luft. Der Himmel hatte sich verdunkelt, und Mrs. Cozzolina knipste das Licht an. Diese Amerikanerinnen, dachte sie, wáhrend ihre dicken Finger geschickt den Teig formten und der SchweiB ihre Stirn und Oberlippe feuchtete, gerade da, wo der Anflug eines Schnurrbarts sichtbar war. Planen ihre Babys so, daB sie nicht im Sommer schwanger sind. Wo gibt's denn so was? Meine Güte, in der altén Heimat - láchelnd dachte sie an ihre Jugend - bekam man sie einfach. Damals wurden Kinder nicht geplant. Sie hatte ein gewisses Recht, die Amerikanerinnen für verrückt zu haltén, denn sie war Hebamme, und ihr Gescháft war den ganzen Sommer hindurch schlecht gegangen. Dabei hatte sie sieben eigene Kinder zu ernáhren, seit ihr Mann gestorben war. Irgendwo in der Dunkelheit des Hauses láutete die Türglocke. Mrs. Cozzolina hob horchend den Kopf und überlegte, wer das sein könnte. Keine ihrer Kundinnen war vor dem náchsten Monat faliig. Maria, rief sie mit ihrer kráftigen Stimme, die durch die dunklen Korridoré hall te, geh an die Tür und sieh nach, wer da ist! Keine Antwort. Wieder láutete die Türglocke, diesmal in einem schrillen, befehlenden Ton. Zögernd wischte sich Mrs. Cozzolina die Hánde an der Schürze ab und ging durch den langen, engen Korridor zur Haustür. Durch die bunte Scheibe sah sie einen dunklen Schatten. Auf der Schwelle stand ein junges Máddien, einen kleinen Koffer neben sich. Ihr Gesicht war dünn, und ihre Augen leuchteten angstvoll aus der Dunkelheit. Sie war offensichtlich schwanger und zwar, wie Mrs. Cozzolina mit erfahrenem Blick feststellte, im letzten Monat. Sind Sie die Hebamme?* Die Stimme klang weidi und verangstigt. Ja, Madam, sagte Mrs. Cozzolina, die genau wuBte, wann sie eine Dame vor sich hatte. Entschuldigen Sie die Störung, aber ich bin fremd in New York, und ich - Ein Zittern durchlief ihren Körper. Es ist soweit*, sagte sie, und ich weiB nicht, wo ich bleiben soll. Mrs. Cozzolina schwieg eine Weile. Wenn sie das Mádchen auf-