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Vorwort
Das neue Deutschland stellt in den Vordergrund aller Erziehung und Menschenformung die Ausbildung des Willens und Charakters. Wohl hatte bisher die Erfahrung und die Wissenschaft Aufschluß gegeben, wie man den Willen des heranwachsenden Menschen auf Werte richten und kräftigen könne. Dagegen hatte man noch selten hineingeleuchtet in die Seele des Willensschwachen, hatte noch nie ein umfassendes Bild gegeben von seiner schillernden Vielfalt, sich noch kaum eingehender mit seiner Heilbehandlung befaßt.
Diese Lücke soll das vorliegende Buch füllen. Es erstand großenteils aus dem Leben und aus der Praxis — aus Beobachtungen und Untersuchungen an willensschwachen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Mögen sich seine Erfahrungen wiederum in der Praxis auswirken, möge es dem Erzieher und Nervenarzt, dem Juristen und Seelsorger und allen, die es mit dem Menschen und seinen Schwächen zu tun bekommen, als Wegweiser zur Erkennung und Behandlung der Willensschwäche dienen können.
Das Ziel vorliegender Arbeit ist voll erreicht, wenn sie beitragen darf zur seelischen Gesundung und Erstarkung des deutschen Volkskörpers !
Die Untersuchungen und Forschungen stammen aus:
1. dem Erziehungsheim Piusheim bei Glonn (Leiter: G.-R. Dir. Hainz) ;
2. der HECKSCHERschen Kinder-Nerven-Heil- und Forschungsanstalt (Leiter: Univ.-Prof. Dr. M. Isseblin), München;
3. der Hilfsschule an der Schwindstraße München (Leiter: Oberlehrer R. Egenberger);
4. dem Landerziehungsheim Albisbrunn bei Zürich (Leiter: Univ.-Prof. Dr. h. hanselmann-Zürich und Dir. M. zeltner-Albis-brunn);