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WAS SOLLEN WIR TUN? Vortrag 1968
Als eine „wahrhaft elementare Frage" hat G. Gloege einmal diese Frage bezeidinet. Sie sei nidit identisdi mit Luthers Frage nadi dem gnädigen Gott, stehe aber dodi damit in Verbindung, weil sidi in ihr die Frage nadi der Reditfertigung des Mensdien verberge.'^ Sie stammt aus der Pfingstgesdiidite. In dieser Frage signalisiert sidi das Gerufensein, aber audi das Fragen nadi dem Ruf, nadi dem Auftrag in der diristlidien Kirdie.
I.
Das Tun und "Wirken, dieser Grundtrieb des Mensdien, hat heute ansdieinend eine besondere Qualität bekommen. Wir leben in einem Zeitalter besonderer Aktivität. Von Anfang an ist ja der Mensdi aufs Tun angelegt. Dazu wird er bei der Sdiöpfung gesegnet, daß er sidi die Erde Untertan madie, daß er den Garten Gottes bebaue und bewahre. Und wenn es um die Frage des wirklidien Lebens geht, wehrt audi Jesus die Frage nidit ab: „Was muß idi tun, daß idi das ewige Leben ererbe?"
Die heutige Generation sdieint in gesteigertem Maße erfaßt zu sein von der Faszination des Tuns, wenn es gilt, neue Räume im unendlidi Großen und im unendlidi Kleinen zu entdedcen. Sie wird freilidi audi verfolgt von der Zweideutigkeit, ja der Unseligkeit, die dem mensdilidien Tun anhaften kann, wenn etwa die Medizin, getrieben, um das Leben zu retten und zu verlängern, gleidizeitig das fast
* G. Gloege, Die Grundfrage der Reformation heute. Kerygma und Dogma 1966, 1 ff.