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Winter 1960/61
Der Jahreswechsel kündigte sich mit heftigen Kälteeinbrüchen an, die, aus dem baltischen Räume kommend, über Polen hinwegzogen.
Fünf volle Tage und Nächte fauchte der eisige Nordostwind über das Land zwischen Narew und Bug. Alles Wild blies der Sturm in seine Verstecke, bis er den Atem verlor.
Dann schneite es den ganzen Tag über und die ganze Nacht lang. Große flauschige Flocken tanzten in der Luft, senkten sich herab und Wurden zu einem festen, hohen Wall. Dann aber kam die Sonne hervor und leckte von der glitzernden Pracht. Dicke Tränen perlten unter den Kappen der Fichten hervor und tropften tickend in den Schnee zu ihren Füßen.
Doch bald war die Sonne wieder verschwunden. Da wuchsen den Bäumen und Sträuchern lange und dünne gläserne Zapfen aus den tränenfeuchten Bärten, und sie standen mit gesenkten Köpfen, schweigsam und wartend.
So ging es Tag für Tag. Die Nächte machten die eisbehangenen Lüster schwerer und schwerer. Bald krachte und splitterte es in den Kronen, die herabstürzten und ihren kristallenen Schmuck zerschlugen. Wie leere Galgen reckten sich die zerspellten Stämme in den Himmel, wie knöcherne Finger, die eine stumme Drohung sprachen.
Uber den Schnee spannte sich eine gläserne Kruste, messerscharf und zerbrechlich wie Fensterglas. Schwere Zeit kam für Hirsch und Reh, denn immer wieder brachen sie durch die trügerische Decke, wenn sie hinauszogen aus den schützenden Dickungen zur spärlichen Äsung. Mit wunden Läufen, vom splitternden Eis aufgeschnitten, quälten sie sich durch den Harsch, und ihre Kräfte schwanden Zusehends dahin.
Fast jeden Tag war eine Gruppe von Jägern unterwegs, um die Futterplätze zu beschicken, die dem notleidenden Wild über die unerbittlichen Wochen hinweghelfen sollten. Manches schwache und