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EINLEITUNG
DIE neue Masdiinenkomödie, die Zauberflöte, mit Musik von unserem Kapellmeister Mozart, die mit großen Kosten und vieler Pradit in den Dekorationen gegeben wird, findet den gehofften Beifall nicht, weil der Inhalt und die Sprache des Stückes gar zu schlecht sind." So schrieb man in Wien am 9. Oktober 1791, eine Woche nach der Uraufführung. Damit setzen die Angriffe gegen Schikaneders Textbuch ein, die nicht verstummt sind bis zum heutigen Tage, wenn man audi heute- in gerechterer Weise darüber urteilt als damals, wo man die Schika-nedersche „Wassersuppe" kurzweg als „das albernste Zeug" abtat. Professor Engel, der Direktor des Berliner Nationaltheaters, lehnte trotz der andauernden Erfolge in Wien und Prag die Aufführung, die der König selbst wünschte, ab, und schrieb von der Arbeit des Verfassers, daß ihr ganzes Verdienst Pracht für das Auge sei. Er bedauert, daß der große Tonkünstler Mozart sein Talent an einen so undankbaren, mystischen und untheatralischen Stoff habe Verschwenden müssen. (Brief vom 8. März 1792.) Goethe dagegen meinte, „das Buch sei zwar voller UnWahrscheinlichkeiten und Späße, die nicht jeder zurechtzulegen und zu würdigen wisse; allein man müsse doch auf alle Fälle dem Autor zugestehen, daß er in hohem Grade die Kunst verstanden habe, durch Kontraste zu wirken und große theatralische Effekte herbeizuführen."
Trotzdem erschien es der Weimarer Theaterleitung „schlechterdings unmöglich", die „Zauberflöte" im Original vor das dortige „delikate Publikum" zu bringen, weshalb Vulpius mit Goethes Zustimmung eine Umarbeitung herstellte, die am 16. Juni 1794 auf dem Herzoglichen Hoftheater zum ersten Male aufgeführt wurde, bei Heinsius in Leipzig im Druck ersdiien und audi am