Bővebb ismertető
DIE ZAUBERFLÖTEZur Geschichte der OperMan schrieb den 30. September 1791. In der alten Kaiserstadt pulst das Wiener Blut wieder einmal in froher Erwartung einer echten, rechten Premierenstimmung, ist doch Emanuel Schikaneders Name heut in aller Munde, denn der Theaterzettel des Freihaus-Theater auf der Wieden verkündet die Aufführung einer neuen Oper seines gefeierten Lieblings:K. K. priv. Wiedener Theater.Heute Freytag den 30'" September 1791. Werden die Schauspieler in dem kaiserl. königl. privil. Theater auf der Wieden die Ehre haben aufzuführen Zum Erstenmale: Die Zauberflöte.Eine große Oper in 2 Akten, von Emanue! Schikaneder.PersonenSarastro Hr. GerlTamino Hr. SchackSprecher Hr. WinterErster >iHr. Schikaneder derZweiter > Priester
Dame Dritte )Papageno Hr. Schikaneder derEin altes Weib Mad. Gerl [jüngereMonostatos, ein Mohr . . . Hr. NouseulErster ](-Hr. GiesekeZweiter!.Sklav jHr. EraselDritter JiHr. StarkePriester, Sklaven, Gefolge.Die Musik ist von Herrn Wolfgang Amade Mozart, Kapellmeister, und wirklicher K. K. Kammer-kompositeur. Herr Mozart wird aus Hochachtung für ein gnädiges und verehrungs würdiges Publikum, und aus Freundschaft gegen den Verfasser des Stücks, das Orchester heute selbst dirigiren.Die Bücher von der Oper, die mit zwei Kupferstichen versehen sind, wo Herr Schikaneder in der Rolle als Papageno nach wahrem Kostüm gestochen ist, werden bei der Theater-Kassa vor 30 kr. verkauft.Hr. Gayl, Theatermahler und Hr. Nesslthaler als Dekorateur schmeicheln sich nach dem vorge^ schriebenen Plan des Stücks, mit möglichstem Künstlerfleiß gearbeitet zu haben.Die Eintrittspreise sind wie gewöhnlich.DerAnfang ist um 7Uhr.In einen Erfolg für den Direktor und Autor" der Oper, den mit großen Lettern auf dem Zettel prangenden Schikaneder, klang dieser Abend aus, und ein Abglanz seiner Größe fiel auch auf einen andern, den unten auf dem Programm in Kleindruck erwähnten wirklichen K. K. Kammerkompositeur, Herrn Mozart, der aus Hochachtung für ein gnädiges und verehrungswürdiges Publikum, und aus Freundschaft gegen den Verfasser des Stücks, das Orchester heute selbst diri-girt". Man -fühlte die Weihe dieser Stunde, fühlte im Unbewußten den historischen Augenblick, da der große Bescheidene da unten am Pult, um mit Otto Jahn, dem Biographen Mozarts zu reden, auf die Schwelle der Zukunft tritt, um das Heiligtum einer deutschnationalen Kunst seinem Volke zu erschließen".Und doch, auch hier fehlte der Widerspruch, wie überall, nicht; je mehr aber die Ansichten und Meinungen auseinandergingen, desto interessanter und zugkräftiger wurde das Werk. Von Aufführung zu Aufführung steigerte sich der Erfolg dieses ersten Abends, und bald erfreute sich die Zauberflöte" einer gerechteren Würdigung, als ihr anfänglich zuteil ward.Die seltsame Entstehungsgeschichte trug wohl dazu bei, daß man die Zauberflöte" mit einem Kranz von geheimnisvollen Legenden, erfundenen Geschichten umgab, daß man allerhand hineingeheimnißt hat, wie kaum in ein anderes Werk der Opernliteratur. Man hat ausgelegt und untergelegt, bis die Flut der Kommentare sich im Laufe der Zeit zu einer eigenen Literatur herausgebildet hat. Nie sind über eine Operndichtung so widersprechende Urteile gefällt worden wie hier.Der Verfasser des Textes, Emanuel Schikaneder, der 1787 die Direktion des Theater an der Wieden" übernommen hatte, war dem sinnlichen Genüsse sehr ergeben, ein Schwelger und Mädchenfreund, je nach Um-