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Dieses War Der Erste Streich [antikvár]

Wilhelm Busch, Wolfgang Teichmann

 
GRÖSSE UND GRENZE WILHELM BÜSCHS Ein Versuch von Herbert SandbergWenn du deinen Nachbarn fragst: Was kennst du von Wilhelm Busch?" -so wird er dir zumindest Max und Moritz" nennen, auch wenn er kein Literatur- und Kunstkenner ist. Wie erklärt sich diese außerordentliche Volkstümlichkeit, und worin liegt ihre Ursache? Wir wollen, 50 Jahre nach seinem Tode und genau 100 Jahre nach der Veröffentlichung seiner ersten Zeichnungen, versuchen, diese Fragen zu beantworten.Einer der bedeutendsten karikaturistischen Zeichner unseres Jahrhunderts,...
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GRÖSSE UND GRENZE WILHELM BÜSCHS Ein Versuch von Herbert SandbergWenn du deinen Nachbarn fragst: Was kennst du von Wilhelm Busch?" -so wird er dir zumindest Max und Moritz" nennen, auch wenn er kein Literatur- und Kunstkenner ist. Wie erklärt sich diese außerordentliche Volkstümlichkeit, und worin liegt ihre Ursache? Wir wollen, 50 Jahre nach seinem Tode und genau 100 Jahre nach der Veröffentlichung seiner ersten Zeichnungen, versuchen, diese Fragen zu beantworten.Einer der bedeutendsten karikaturistischen Zeichner unseres Jahrhunderts, Thomas Theodor Heine, der Begründer des Münchner Simplicissimus", erinnerte zum 100. Geburtstag Wilhelm Büschs an Liebermanns Wort Zeichnen ist Weglassen" und schrieb: Ja, so scheint es, wem man das Resultat betrachtet. Ich glaube aber kaum, daß jemals eine gute Zeichnung durch bloßes Weglassen des Unwesentlichen entstanden ist. Je mehr es dem Zeichner gelingt, das Leben durch wenige Linien wiederzugeben, desto näher ist er der Vollendung. Die gute Zähnung ist immer eine Neuschöpfung in vereinfachter Form, eine Stenographie des Angeschauten. Busch ist der eigentliche Erfinder der zeichnerischen Kurzschrift. Ich weiß keinen Vorgänger, dem es gelungen wäre oder der auch nur versucht hätte, in so knappen Strichen das Leben einzufangen, durch einen einfachen Federzug so unerhört gesteigerte Bewegung, so unvergeßliche Typen mitsamt der ihnen zukommenden Umgebung auf einem kleinen Blättchen Papier hervorzuzaubern. Das ist die höchste Vollendung des Handwerks, daß kein Tropfen Schweiß an dem Werk zu kleben scheint. Ich zweifle nicht, daß diese Leichtigkeit nur durch viel Arbeit und gründliche Mühe erreicht werden konnte, so wie der Japaner einen fliegenden Vogel, einen Blütenzweig tausendmal beobachten und abbilden mußte, um ihn dann wie im Spiel mit dem Tuschpinsel entstehen zu lassen . . ."Um zu einem einigermaßen umfassenden Bilde zu gelangen, wollen wir aber nicht nur die ästhetische Wirksamkeit des Künstlers betrachten (wie es von der Fachkritik im allgemeinen gemacht wird), sondern seinen Entwicklungsgang verfolgen.Als Wilhelm Busch 1847 mit fünfzehn Jahren seine engen niedersächsischen Heimatdörfer zum erstenmal verließ, um das hannoversche Polytechnikum zu besuchen, war es interessanterweise schon damals ein formvollendetes Sonett, das seine Aufnahme erwirkte. Seine sonstigen Kenntnisse wären nicht ausreichend gewesen. Nach dreijähriger Studienzeit folgte er zwei Kameraden in die Düsseldorfer Akademie der bildenden Künste. Der geliebten Kunst -schon längst wollte er Maler werden - war er zwar etwas näher gekommen, aber das langweilige Zeichnen nach toten Gipsfiguren befriedigte ihn nicht, und er zog, immer noch vom Vaterhaus unterstützt, weiter nach Antwerpen. Hier fand er seine künstlerische Heimat. Die Bekanntschaft mit den holländischen Malern Brouwer, Ostade, Teniers, Sten, Rembrandt, Rubens und Frans Hals sollte bestimmend wer-den für seinen Weg als Maler und Zeichner. In einer Tagebuchaufzeichnung vom 26. Juni 1852 heißt es: Von diesem Tage an datiere sich die bestimmtere Gestaltung meines Charakters als Mensch und Maler. Es sei mein zweiter Geburtstag." Im nächsten Frühjahr wieder zu Hause, begann er mit der systematischen Sammlung von Volksmärchen, -sagen und -liedern,dieersichin Wiedensahl und Lüthorstvon den Bauern und Häuslern erzählen und vorsingen ließ. Diese plattdeutsche Volksdichtung war Anregungfiir viele seiner Vers-und Prosaerzählungen, wahrscheinlich aber auch für so manche Bildergeschichte und sicher die Wurzel seiner treffsicheren Sprachschöpfungen.In Antwerpen hat Busch viel gelernt, doch er ging 1854 nach München, wo wir (sein Studienfreund Klemme und er) als Maler verlernten, was wir dort gelernt hatten1 '.Unzufrieden mit der akademischen Lehrmethode, trieb es Busch mehr in den Kreis der soeben gegründeten Künstlervereinigung , Jung München" und den sogenannten Orden der Nachtlichter", wo er sich erstmalig in den Kneipzeitungen und bei Künstlerfesten zeichnerisch hervortat.Hier lernte er auch seine künftigen Verleger Otto Bassermann, Caspar Braun und durch Vermittlung von Ludwig Richter dessen Sohn Heinrich Richter kennen, der später das erste Buch, die Bilderpossen", herausgab. Offensichtlich war Busch enttäuscht von der Dutzendmalerei, wie sie alljährlich mit gleichbleibend mittelmäßigem Niveau im Münchener Glaspalast zur Schau gestellt wurde. Aber auch das Streben nach materieller Unabhängigkeit dürfte den indes Sechsundzwanzigjährigen bewogen haben, 1858 die Angebote Caspar Brauns anzunehmen und seine erfolgreichen Versuche nicht mehr nur den Karikaturenbüchlein und Kneipzeitungen der Künstlervereine anzuvertrauen, sondern den Fliegenden Blättern". Den Illu-strationengegebenerTextefolgte bald eineAnzahl selbständiger Witzzeichnungen und noch 1859 Die kleinen Honigdiebe" als erster der von Busch entworfenen Münchener Bilderbogen". Die damaligen Bilderbogen hatten ihren eigentlichen Ursprung in den Holzschnittflugblättern des 16. Jahrhunderts und nicht zuletzt in den Jahrmarktsmoritaten und Bauernkalendern, die im vorigen Jahrhundert den hauptsächlichen Unterhaltungsstoff der ländlichen Bevölkerung bildeten. Sie sind gewissermaßen der Vorläufer unserer Illustrierten" und hatten verschiedene Ausgaben. Es gab Modeübersichten, naturwissenschaftliche Blätter und kleine Bildergeschichten mit Versen, die damals jung und alt amüsierten.Bald entstanden auch Texte zu Singspielen und Fast-nachtsschwänke, immer aber wieder Zeichnungen für die Fliegenden Blätter" und die Münchener Bilderbogen". Der erste Erfolg machte ihm Mut. Und aus den Bilderbogen wurden Bilderbücher. 1865 setzte mit Max und Moritz"

Termékadatok

Cím: Dieses War Der Erste Streich [antikvár]
Szerző: Wilhelm Busch Wolfgang Teichmann
Kiadó: Eulenspiegel Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 240 mm x 320 mm
Wilhelm Busch művei
Wolfgang Teichmann művei
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