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XJm das Jahr fünfzehnhundert lebte in derStadt Würzburg im Mainfránkisdien ein Bildschnitzer, der Dillmann Riemenschneider hiefí. Er war schon viel über das Land gewandert und sollte noch ein gleiches MaJS weiterschreiten, so dafi die Wende des Jahrhunderts sein Leben in zwei Hálften teilte. Auch sein Wesen war geschieden: zwischen Geschlechtern und Jahrhunderten stand er als ein Gesegneter unter Armseligen, als ein Ewiger unter Vergánglichen, - er vollendete Vergangenes und legte Zukünftigem den Grund. So will ich die Gesdiichte seines Lebens in diesem Buche erzáhlen - zwischen Eva und Maria, der Frau der irdischen und der der himmlischen Liebe, ging seine Sehnsudit. Es ward ihm nicht erspart, die Sünde in seinen eigenen Armen zu haltén und doch das Makellose zu suchen. Zum Schutz des Reinen erhob er sich mitten in der Verderbnis der Welt. Und er, der sich erkühnte, das Reich Gottes auf die Erde niederzuholen, fiel in die Gewalt der Henker jener, welche in mannigfachen und ewigen Maskierungen ihre Herrschertümer aufrichten. Gott sei ihm und uns gnádig im Gericht.