Bővebb ismertető
Wolfgang Benz
Die Dimension des Völkermords
Einleitung I.
über die Zahl der ermordeten Juden wird seit dem Ende des NS-Staats diskutiert, und die Dimension des Problems wird unter apologetischer Tendenz interessierter Kreise bekanntlich in Frage gestellt. Einer mathematisch-exakten Beweisfühmng, die in der Feststellung genauer Zahlenangaben münden würde, stehen erhebliche quellenmäßige und methodische Schwierigkeiten gegenüber, die gewöhnlich unterschätzt, aber als Beweis für vermutete politische Absichten oder für die Unfähigkeit der Historiker geme benutzt werden. Absicht des vorliegenden Bandes ist es daher vor allem, neben der Darlegung der gesicherten Erkenntnisse die Probleme aufzuzeigen, die der Bestimmung einer absoluten Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus entgegenstehen.
Die zahlenmäßige Dimension des Völkermords wurde zuerst von der Täterseite ins Gespräch gebracht, Mitarbeiter und Kameraden Adolf Eichmanns, des für die Deportation zur Vemichtung zuständigen Referatsleiters im Reichssicherheitshauptamt (RSHA), gaben den Historikern die frühesten Hinweise zur Größenordnung des Genozids. Im Nümberger Hauptkriegsverbrecherprozeß berichtete Dr. Wilhelm Hoettl, ehemals SS-Sturmbannführer und Referent im Amt VI (Auslandsnachrichtendienst) des RSHA und zuständig für Südosteuropa, über eine Unterhaltung, die er Ende August 1944 in Budapest gehabt hatte. Unter Eid erklärte Hoetd am 26. November 1945 vor dem Internationalen Tribunal, Eichmann sei damals zur Überzeugung gekommen, „daß der Krieg nunmehr für Deutschland verloren sei und er damit für seine Person keine weitere Chance mehr habe. Er wisse, daß er von den Vereinigten Nationen als einer der Hauptkriegsverbrecher betrachtet würde, weil er Millionen von Judenleben am Gewissen habe. Ich fragte ihn, wieviele das seien, worauf er antwortete, die Zahl sei zwar ein großes Reichsgeheimnis, doch würde er sie mir sagen, da ich auch als Historiker dafür Interesse haben müßte und er von seinem Kommando nach Rumänien "wahrscheinlich doch nicht mehr zurückkehren würde. Er habe kurze Zeit vorher einen Bericht für Himmler gemacht, da dieser die genaue Zahl der getöteten Juden wissen wollte. Er sei auf Grund seiner Informationen dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: In den verschiedenen Vemichtungslagem seien etwa vier Millionen Juden getötet worden, während weitere zwei Millionen auf andere Weise den Tod fanden, "wobei der Großteil davon durch die Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei während des Feldzuges gegen Rußland durch Erschießen getötet wurde. Himmler sei mit