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Irina J. Danilowa - Dionissi [antikvár]
 
Dionissi und seine Epoche Die altrussischen Schriftquellen haben nicht wenige Namen von Ikonenmalern überliefert, aber nur zwei von ihnen genossen eine solche Hochschätzung, daß sie schon von ihren Zeitgenossen mit Ehrfurcht genannt, von den Nachkommen aber mit Legenden umwoben wurden. Diese Auserwählten, die so selten waren in der Epoche des Mittelalters, besonders des russischen Mittelalters, sind Rubljow und Dionissi. Beide gehörten sie dem 15. Jahrhundert an, der glanzvollen Blütezeit der russischen Ikonenmalerei, ihr Schicksal...
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Dionissi und seine Epoche Die altrussischen Schriftquellen haben nicht wenige Namen von Ikonenmalern überliefert, aber nur zwei von ihnen genossen eine solche Hochschätzung, daß sie schon von ihren Zeitgenossen mit Ehrfurcht genannt, von den Nachkommen aber mit Legenden umwoben wurden. Diese Auserwählten, die so selten waren in der Epoche des Mittelalters, besonders des russischen Mittelalters, sind Rubljow und Dionissi. Beide gehörten sie dem 15. Jahrhundert an, der glanzvollen Blütezeit der russischen Ikonenmalerei, ihr Schicksal und ihre Rolle in der Geschichte der altrussischen Kunst jedoch waren unterschiedlich. Rubljow arbeitete am Ende des 14. und ganz am Anfang des 15. Jahrhunderts, in der Zeit, als die Schlacht auf dem Kulikowo-Feld geschlagen wurde, die die Befreiung Rußlands von dem zweihundertjährigen mongolischen Joch und den Aufstieg des Großfürstentums Moskau einleitete. Dionissi hingegen lebte am Ende des 15. und am Anfang des 16. Jahrhunderts, in der Zeit, als sich Moskau aus einem Großfürstentum in die Hauptstadt des zentralisierten russischen Staates verwandelte. Was die Epoche Rubljows beflügelte, war die Idee von der Einheit des russischen Volkes, einer Einheit, die tatsächlich aber noch nicht vorhanden war und die daher als etwas Erstrebenswertes, als ein Ideal galt, das, wie im Mittelalter üblich, vor allem in religiösem Gewand in Erscheinung trat. So ist es kein Zufall, daß Rubljow und sein Werk in enger Verbindung standen zu der religiös-aufklärerischen Tätigkeit des Mönchs Sergios von Radonesh und dem von ihm gegründeten Dreifaltigkeits- (Troiza-) Kloster, das zum Zentrum des geistigen Lebens der alten Rus wurde. In der Zeit Dionissis hatte diese Idee der Einheit der russischen Menschen und des russischen Landes bereits völlig konkrete Formen angenommen und zu einem scharfen politischen Kampf zwischen der Zarenmacht und der feudalen und kirchlichen Opposition gefuhrt. Und zum Zentrum des geistigen Lebens war Moskau geworden, der Hof Iwans III., der sich als erster von einem Großfürsten zum Zaren der gesamten Rus verwandelt hatte. Im

Termékadatok

Cím: Dionissi [antikvár]
Szerző: Irina J. Danilowa
Kiadó: VEB Verlag der Kunst
Kötés: Vászon
Méret: 200 mm x 290 mm
Irina J. Danilowa művei
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