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NiedergebranntAls die Feuerwehr ausrückte, waren die Flammen bereits von weitem zu sehen. Über den ganzen Bezirk der Kleinstadt hatte sich der Rauch verbreitet. Gegen Mitternacht konnte man das Feuer riechen: In undichte Spalten und Ritzen hatte sich der Geruch inzwischen gezwängt. Als Annas Haus brannte.Allein hatte die Rentnerin in ihrem Haus gelebt. Kontakte zu Verwandten oder Freunden waren im Laufe der Zeit abgebrochen oder eingeschlummert. Darauf hatte Anna es angelegt, denn Anna bevorzugte die Zurückgezogenheit, mochte die Verwandtschaft nicht weiter an ihrer Existenz teilhaben lassen. Für ihr Leben hatte sie die Entscheidung getroffen: -Lieber allein als einsam.Anna gehorchte ihren eigenen Gesetzen. Kontakte verstörten sie nicht, vielmehr belebten junge Menschen ihren Alltag, bereicherten ihr Dasein. Michael fühlte sich in ihrem Haus wie daheim. Sie spielten Mensch ärgere dich nicht oder würfelten. Seinen Vater kannte Michael nicht. Aufgewachsen war er an der Seite seiner Mutter und Großmutter, achtzehn Jahre lang. Anna lag irgendwo dazwischen. Sie war seine Zwischenmutter. Fast jeden Tag kam Michael zu Anna, um seine Freizeit mir ihr zu teilen. Die letzten Jahre seiner Schulzeit ließ sich Michael von Anna bekochen. Mit Annas Hilfe überwand Michael nicht nur algebraische Hürden. Annas Wissen war für Michael überaus nützlich. - In jeder Beziehung.In ihren zweiundsechzig Jahren hatte Anna sich so manches Wissen angeeignet und sie gab es bereitwillig weiter.In dem niedergebrannten Haus wurde Annas verkohlte Leiche gefunden. Sie lag in ihrem Bett. Jemand hatte Benzin ausgeschüttet und es angezündet.Um Spuren zu verwischen - das Feuer.9