Bővebb ismertető
VORWORT Die Tátigkeit des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) im Jahre 1988 war, wie dem DÖW-Jahresbericht am Ende dieses Jahrbuchs im Detail zu entnehmen ist, vor allém durch die Ereignisse vor fünfzig Jahren geprágt; das "Gedenkjahr" 1988 erwies sich als das bisher arbeitsreichste in der Geschichte des DÖW. Die beiden markantesten Projekte des Archivs in diesem "Gedenkjahr" waren zum einen die groBe Ausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien in der Volkshalle des Wiener Rathauses, "Wien 1938", deren wissenschaftliche Ausführung dem DÖW oblag, zum anderen die Dokumentation "'AnschluB' 1938", die betreffend Umfang und Darstellung der verschiedenen "AnschluB"-Aspekte bislang wohl ausführlichste Quellensammlung zu diesem Ereignis. Die Rede von Bundesminister Dr. Heinrich Neisser anláBlich der Prásentation dieses Buches im Altén Rathaus findet sich in diesem Jahrbuch. Die Mehrzahl der hier abgedruckten Artikel nimmt nach den Schwerpunkten "AnschluB"/"Reichskristallnacht"/"Nationale Frage" des vergangenen Jahrbuchs verstárkt auf die Hauptthematik des Archivs Bezúg: Widerstand und Verfolgung (Freund, Perz, Pfoch, Neugebauer), Emigration und Exil (Schmoll, Beer), Rechtsextremismus in Österreich nach 1945 (Bailer-Galanda). Zwei Beitráge bescháftigen sich mit Österreichern im Spanischen Bürgerkrieg (Schafranek, Landauer), und es soil an dieser Stelle vermerkt werden, daB das DÖW dank seines Mitarbeiters Hans Landauer die gröBte einschlágige Sammlung besitzt. Hans Marsalek, der Autor des Standardwerkes über das KZ Mauthausen und der langjáhrige Leiter der dortigen Gedenkstátte, hatte in der Lagerschreibstube dieses Konzentrationslagers eine zentrale Háftlingsfunktion inne, die ihm schon damals einen gröBeren Überblick über die internen Lagergeschehnisse, insbesondere in den Befreiungstagen, erlaubte als den meisten seiner Mitháftlinge. Als Augenzeuge und Kenner der Materie untersucht Marsalek in dem vorliegenden Artikel die Rolle des damaligen Delegierten des Internationalen Komitees des Rőten Kreuzes in Mauthausen, Louis Haefliger, als "Retter von Mauthausen". Einige Jahrbuchbeitráge stellen noch den Bezúg zum vergangenen "Gedenkjahr" her und sollen mithelfen, daB nach Ablauf dieses Jahres die historische Diskussion nicht wieder zum Stillstand kommt. AnláBlich des 50. Jahrestages der "Reichskristallnacht" prásentierte das Archiv in seinem Ausstellungsraum Graphik von DÖW-Kuratoriumsmitglied Ernst Degasperi, der bei der Eröffnung auch eigene Gedichte las; aus diesem doppelten Werk Degasperis zitieren wir in diesem Jahrbuch. Aus den zahlreichen Arbeiten zum DÖW-Schülerwettbewerb "Österreicher und Judenverfolgung 1938-1945" wurde Sandra Mellonis "Geschichte des Klaviers", die Arbeit einer 13jáhrigen, ausgewáhlt. Auf die Frage "Welche Lehren habén wir aus dem 'Gedenkjahr' gezogen?" versuchte der Gymnasiast Erik Kroiher eine Antwort zu finden, indem er im Február und dann wieder im November/Dezember 1988 Hunderten von Mitschülern dieselben Fragen stellte, um Kenntnis über deren Wissensstand und Einstellung zum Thema