Bővebb ismertető
Im Február 1989 veranstalteten die WeiBe Rose Stiftung, München, und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) ein Symposium über "Frauen im Widerstand: Káthe Leichter - Sophie Scholl", das aufgrund des Besucherinteresses und Medienechos das DÖW zu weiteren Tagungen dieser Art ermutigt.DieDiskussion seitensder Biographen,Psychoanalytiker und Historiker um den Beitrag und die Rolle von Káthe Leichter und Sophie Scholl im Widerstand blieb infolge der Anwesenheit von Verwandten und Freunden beider Frauen (Henry und Franz Leichter, Inge AicherScholl u. a.) persönlichkeitsbezogen und nicht auf einem abstrakt-theoretischen Niveau.Thea Bauriedlginginsbesondere jenen persönlichen Fáhigkeiten von Leichter und Scholl nach, die beide zum Widerstandleisten geradezu prádestinierten, sowie den Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen Frauen ganzallgemein ihre spezifischen Fáhigkeiten im Verhindern von Gewalt nützen können. Brigitte Bailer-Galanda referierte über die Rolle der Frauen im österreichischen Widerstand; der Untertitel ihres Vortrags: "Die im Dunkeln sieht man nicht" bringt das Problem auf einen Punkt. Die überwiegende Mehrzahl der Podiumsteilnehmer dieser Tagung waren Frauen; zwei Referate sind in diesem Jahrbuch abgedruckt. Ein im Jahrbuch bisher wenig erwáhnter, aber nicht unwesentlicher Aspekt der Aufgaben des DÖW ist die Ausstellungstátigkeit. Hierher gehören die vorwiegend von Schulklassen besuchte permanente Dokumentation "Der österreichische Freiheitskampf" in der Bürgerstube des Altén Rathauses, die DÖW-Wanderausstellungen zu Widerstand und Verfolgungbzw.Exil sowie die Sonderausstellungen in den Ráumen des Archivs. Gerade bei letzteren kann in flexibler Form auf spezielle Jahres- und Gedenktage eingegangen oder Vernachlássigtes for ciert werden. Dokumentationen wechseln mit Kunstausstellungen. Mit Olimpio Cari stellte das DÖW im vergangenen Jahr erstmals Hinterglasbilder eines Sinto-Zigeuners aus. Cari suchte über die Kunstprásentation hinaus besonders bei der Schuljugend das Interesse an Geschichte und Lebensform der Zigeuner zu wecken. Aus diesem AnlaB findet sich im vorliegenden Jahrbuch ein kleiner Block mit Beitrágen zur Thematik Zigeuner. Die umfangreiche DÖW-Sammlungzum Spanischen Bürgerkriegfordert immer wieder zur Bescháftigung mit diesem Thema heraus. Wáhrend unzáhlige Bücher über die verschiedenen Bereiche dieses Bürgerkrieges vorliegen, gibt es wenig Geschriebenes zur Sozialgeschichte der Freiwilligen. Die zirka 1.500- 1.600 Österreicher, die freiwillig auf der Seite der Republik kámpften, kamen mehrheitlich aus Arbeiterfamilien, aus den Hochburgen der österreichischen Arbeiterschaft und hatten zu einem nicht unbetráchtlichen Teil die materielle und als Folge des Bürgerkrieges 1934 die politische Ausgrenzung erlitten. Der kollektive lebensgeschichtliche Fixpunkt der österreichischen Spanienkámpfer scheint, wie Hans Safrian in seinem Jahrbuchbeitrag feststellt, das Erlebnis des Február 1934 gewesen zu sein sowie der Versuch, die Niederlage im Kampf gegen die Diktatur im eigenen Land durch die militárische Auseinandersetzung