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PETER STEINBACH ANNÁHERUNG AN EINEN AUGENBLICK Der 20. Juli 1944 in der Forschung und im Bewusstsein der Deutschen nach 19451 Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus záhlt heute zu den zeitgeschichtlichen Traditionslinien, die in besonderer Weise mit unserer Gegenwart verbunden sind und in der Regei zur Vorgeschichte der deutschen Nachkriegsdemokratie gerechnet werden. Anfang der sechziger Jahre hingegen war es keineswegs selbstverstándlich, davon auszugehen, dass sich die politischen MaBstábe nicht zuletzt im Widerstand gegen den Nationalsozialismus gebildet und befestigt, sondern auch bewáhrt hatten. Die Deutschen tatén sich bis in die sechziger Jahre hinein trotz des öffentlichen Erinnerns an den Widerstand schwer mit dem Eingestándnis, dass es zur Anpassung und Folgebereitschaft unter dem Nationalsozialismus Alternativen gab. Immer wieder rückten sie an ihren Stammtischen Regimegegner in das Zwielicht. Zunáchst bezeichneten sie diese als Hoch-", dann als Landesverráter", und seit den íunfziger Jahren rückte man sie zunehmend in das Halbdunkel, dass unvermeidlich entsteht, wenn man die Grenzen von Konfrontation und Kooperation, von Opposition und Funktionserfíillung im Verwaltungs- und Wehrmachtsapparat nicht zu bezeichnen, sondern lebenspraktisch, geradezu táglich, gleichsam existentiell auszuhalten hat. Wer nach 1945 über den Widerstand sprach, nahm Stellung zu einer nicht selten selbstquálerischen Debatte über seine Voraussetzungen. Die Attentáter im Umkreis des 20. Juli 1944 botén sich dazu in besonderer Weise an, denn sie verkörperten eine Alternative zu ihrer Zeit und hatten das Zwielicht kennen gelernt, das Opposition im Dritten Reich unausweichlich nach sich zog. Dies gilt für Trott wie für Moltke und Yorck, íur Tresckow und von der Schulenburg, um nur einige der markanten Namen zu nennen. Zwielicht unterscheidet sich von der Dunkelheit, es kann in diese hineinfuhren, aber auch in das Licht des Tages. Es zeichnet sich durch eine Ambivalenz aus, die ein groBes Potential in sich trágt. Denn wer im Zwielicht steht, und vielleicht sollte man besser vom Schatten" sprechen, und sich dort, und ich betone: