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Alexander Abusch DAS TRAUMBILD EINES NEUEN STAATES Don Carlos - Infant von Spanien" - das Stück bedeutete in zweifacher Hinsicht eine Wende für Schiller: Es tragt vjele Spuren der geistigen Kampfe und Wandlungen, die in dem Dichter von 1783 bis 1787 vor sich gingen. Seine zweite Fassung ist in fünffüBigen Jamben geschrieben, womit sein übergang zum Versdrama der deutschen Klassik vollzogen war. Die Hinwendung zum Vers verband den Dichter noch tiefer mit der Tradition der deutschen Dichtung und spater mit dem Érbe der griechischen...
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Alexander Abusch DAS TRAUMBILD EINES NEUEN STAATES Don Carlos - Infant von Spanien" - das Stück bedeutete in zweifacher Hinsicht eine Wende für Schiller: Es tragt vjele Spuren der geistigen Kampfe und Wandlungen, die in dem Dichter von 1783 bis 1787 vor sich gingen. Seine zweite Fassung ist in fünffüBigen Jamben geschrieben, womit sein übergang zum Versdrama der deutschen Klassik vollzogen war. Die Hinwendung zum Vers verband den Dichter noch tiefer mit der Tradition der deutschen Dichtung und spater mit dem Érbe der griechischen Klassik. Sie bedeutete die Bereicherung und volle ErschlieBung seiner poetischen Gestaltungskraft für das Drama. Anfang 1783 hatte Schiller in der Gartenhütte im thüringischen Bauerbach begonnen, am Don Carlos" zu arbeiten, wahrend er noch mit der Vollendung der Luise Millerin" beschaftigt war und mit Dalberg über ihre Aufführung korrespondierte. Zu dieser Zeit hatte er sich auch mit anderen historischen Stoffen getragen, mit Maria Stuart" und einem Drama Friedrich Imhof", deren weitere dramatische Bearbeitung er schlieBlich zurückstellte. Den ersten Akt des Don Carlos" mit seinen Schönheiten hatte er geschaffen, als er in Mannheim unter den schrecklichsten Anfallen des kalten Fiebers" litt und sich zugleich um die Verbesserung des Fiesco" mühte. Der Carlos-Stoff war ihm durch den Kopf gegangen, seit ihm der Intendant von Dalberg im Mai 1782 die Novelle des Abbé de Sainí-Réal gegeben hatte. Charakteristisch für Schillers simultane Schaffensmethode war, da(3 er dazu bereits weitere historische Quellen studierte, als er sich noch mitten in der Niederschrift von Kabale und Liebe" befand. Die Dramatisierung dieses geschichtlichen Stoffes hatte er ursprünglich im gleichen Stil wie Kabale und Liebe" geplant, eben als Drama in Prosa. lm Don Carlos" wahlte er nun wieder - wie im Fiesco" - einen geschichtlichen Stoff auf einem auslandischen Schauplatz, um seine eigenen freiheitlichen Ideen und Ideale auf der Bühne auszudrücken. Schiller wollte im Don Carlos" nicht nur das gewaltige Gemalde des Kampfes auf Leben und Tod in der königlichen Familie Spaniens bieten, sondern zwei Prinzipien in ihrer Verkörperung durch Menschen - und zwar durch Vater und Sohn - im Kampf gegeneinander darstellen. Carlos selbst sagt es im 1. Akt zu Marquis von Posa: Zwei unvertraglichere Gegenteile Fand die Natúr in ihrem Umkreis nicht. Wie mochte sie die beiden letzten Enden Des menschlichen Geschlechtes - mich und ihn - Durch ein so heilig Band zusammenzwingen? . . . Hier, Roderich, siehst du zwei feindliche Gestime, die im ganzen Lauf der Zeiten Ein einzig Mai in scheitelrechter Bahn Zerschmetternd sich berühren ..." Der Vater, König Philipp II., verkörpert das Prinzip der feudal-klerikalen Despotie. Sein blutiger Scherge Alba ist der Degen der Reaktion gegen

Termékadatok

Cím: Don Carlos [antikvár]
Szerző: Alexander Abusch
Kiadó: Deutsche Staatsoper
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 150 mm x 230 mm
Alexander Abusch művei
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