Bővebb ismertető
Editorial
Es gehört zu den unleugbaren Charakteristika der Entwicklung nicht nur, aber auch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, dass die Menschen über zahllose Generationen von ländlichen Lebensbedingungen und Denkformen geprägt wurden, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein nachwirkten. Zu den unverkennbaren Charakteristika des Wissenschaftsbetriebes gehören hingegen modern organisierte, Urbane Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit, sich in rational-abstrakten Dimensionen zu bewegen, deren summarische Wirkung dazu führt, dass jene vorindustrielle Langzeitepoche, aus der die moderne Welt hervorgegangen ist, quantitativ und qualitativ unzureichend im Blickfeld verbleibt, teils aus Mangel an Quellenmaterial, teils aus Gründen des erschwerten Zuganges zu den Quellen oder wegen einer möglicherweise unzureichenden „Gegenwartsrelevanz" der Forschungsergebnisse.
Um die Thematik in ihren vielfältigen Facetten zu beleuchten, veranstaltete die Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa vom 24. bis 26. September 2009 in Eisenstadt (Burgenland/Österreich) eine internationale Tagung zum Thema „Das Dorf in den Literaturen Südosteuropas (19. - 20. Jahrhundert)". Die Beiträge der Eisenstädter Tagung bilden die Grundlage des nun vorgelegten fünften Bandes der Danubiana Carpathica mit dem Titel Dorf und Literatur. Ergänzt wurden sie um verschiedene Aufsätze, die die Thematik sowohl inhaltlich wie methodisch bereichern.
Schließlich wurde unter der Rubrik Sonstige Beiträge eine längere Studie zum Lebensweg des Höheren SS- und Polizeiführers in Serbien während des Dritten Reiches, August Meyszner, aufgenommen.
Die Herausgeber dieses Bandes danken zum einen den Autorinnen und Autoren für ihre Mühe, zum anderen denjenigen, die an der Vorbereitung der Druckvorlage mitgewirkt haben, und nicht zuletzt dem Oldenbourg Verlag für Druck und Vermarktung der vorliegenden Publikation.
Graz und München im Juli 2012 Die Herausgeber
Danubiana Carpathica 5 (52) (2011), S. 7-8