Bővebb ismertető
Vorwort
Ein Forschungsauftrag des Psychologi-schen Instituts der Universitát Bonn hatte mich zu Beginn der 50er Jahre als damaligen Assistenzarzt der Universitáts-Nervenkli-nik Bonn veranlaBt, noch vor Einführung der Neuroleptika die Beziehungen zwischen Antrieb und Motorik bei Parkinson-Kran-ken zu untersuchen. Dies war ein eigenarti-ger und mich für mein Leben verpflichten-der Zufall, wie sich bald herausstellen sollte. Kurze Zeit spater námlich wurde ich 1953 in die Psychiatrische Klinik Oberwil-Zug (Schweiz) beurlaubt, in der damals zahlrei-che psychotisch Kranke mit dem zu jener Zeit ersten Neuroleptikum Chlorpromazin (Megaphen®, Largactil®) behandelt wur-den. Als dort auffiel, daB ein mit Chlorpromazin behandelter Patient eine parkinsoni-stische Einengung der Armbewegungen beim Gehen zeigte, brachte meine an die Wissenschaftliche Abteilung der Bayer-Werke (Leverkusen) gerichtete Anfrage die Antwort, es gabe keinen Anhalt für einen Zusammenhang dieses Parkinsonismus mit der Chlorpromazin-Wirkung. Dajedoch zu dieser Zeit in der Literatur schon bekannt war, daB das in ahnlicher Weise auf Wahnerkrankungen therapeutisch wirksa-me, aus der indischen Volksmedizin kom-mende Rauwolfiaalkaloid Reserpin wieder-holt Parkinsonismus auslöst, und unter Berücksichtigung der mir aus der erwáhn-ten Studie in Bonn bekannten Diskrepanz zwischen extrapyramidaler Grobmotorik beim Gehen und der Feinmotorik in der Handschrift, führte ich ab Herbst 1953 systematische Untersuchungen der Feinmotorik der Handschrift zunachst bei
Chlorpromazin-, sodann bei Reserpin-Be-handelten durch und kam zu dem Ergebnis, daB parkinsonistische feinmotorische Hem-mungssymptome in der Handschrift, je-doch nicht subjcktiv störende, grobmotori-sche extrapyramidale Symptome, als Indikátor grundsátzliche H in weise für die erfor-derliche Dosierung bei der Behandlung von psychotischen Erlebnisproduktionen, d. h. Wahnerkrankungen, bei den Medikamen-ten geben, die Delay und Deniker dann bald als „Neuroleptika" benannten. Wenige Jahre spáter wurde zuerst in der Forschungsgruppe Janssen (Belgien) er-kannt. daB Neuroleptika grundsátzlich die Motorik von Tieren hemmen, und daB die tierexperimentell ermittelten Daten zur Dosierung der Neuroleptika so eng mit dem feinmotorisch gewonnenen Ergebnis mei-nes Arbeitskreises korrelierten wie mit keiner anderen Untersuchungsmethode. Die vorliegende Broschüre faBt nicht nur unsere in nunmehr drei Jahrzehnten gesam-melten allgemeinen Erkenntnisse zur Wir-kung der Neuroleptika zusammen, sondern gibt erstmals sehr konkrété Anleitungen zur optimalen Dosierung der Neuroleptika in Klinik und Praxis unter feinmotorischer Kontrolié, deren Nutzen sicher vielen Pa-tienten zugute kommen werden. Es ist mir ein besonderes Anliegen, all denen zu danken, die sich um dté Gewinnung der Ergebnisse dieser Broschüre verdient ge-macht habén und die Dosierung der Neuroleptika mit Hilfe der Kontrolié der extrapy-ramidalen Feinmotorik gefördert habén. Zu nennen sind hier die Direktoren der Psychiatrischen Kliniken Oberwil-Zug