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Rio, 14.1.1932
Hochgeehrter Herr Curt Goetz,
ich sehe es als meine traurige Pflicht an, Sie von den Umständen des Ablebens des Dr. und Prof. John W. Goetz zu benachrichtigen, indem ich mich mit Recht rühmen kann, sein bester Freund in Brasilien gewesen zu sein.
Neulich hatte sich der ausgezeichnete Mann in Itanhandu (Staat Minas-Geraes im Inneren Brasiliens) niedergelassen, wo er sich im dortigen Collegio (Gymnasium) seiner pädagogischen Tätigkeit ruhig widmen zu können hoffte. Unglücklicherweise fühlte er bald darauf, daß sein physisches Übel rasch ärger zu werden begann, dergestalt, daß er sich genötigt sah, sich nach der Hauptstadt (Rio de Janeiro) zu begeben, wo ihm seine Freunde ein passendes Unterkommen in einer Heilanstalt verschafften, in welcher er gezwungen wurde, sich einer Operation zu unterwerfen; sie war, sagte man ihm, absolut notwendig. Alles aber war vergebens, und zwanzig Tage darauf erlag er einem heftigen Blutsturz.
Als Bruder des Verabschiedenen mögen Sie, wenn nicht eine Tröstung, so wenigstens eine Linderung Ihres Schmerzes in dem Umstand finden, daß es dem teuren Leidenden an nichts ermangelte, was die sorgfältigste und gewissenhafteste Behandlung seiner Krankheit nur erfordern konnte. Er starb von Freunden umgeben und, obgleich von Geldmitteln ziemlich entblößt, konnte er nichtsdestoweniger über alles verfügen, was ihm in seiner Lage nötig war, indem keine Opfer erspart wurden, um den gelehrten Mann am Leben zu erhalten; an Komfort, guter Pflege und ärztlichem Beistand fehlte ihm während seiner Leidenszeit
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