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KAPITEL
EINS
»Gratuliere, Frau Schrön.« Dr. Stefan Frank lächelte seiner Patientin zu. »Sie haben sich doch einen Jungen gewünscht, nicht wahr?«
»Ja, aber ganz besonders mein Mann.«
»Na, dann ist ja alles klar.« Der dunkelblonde Arzt erhob sich hinter seinem Schreibtisch und ging hinüber zum Besucherstuhl. »Ich vertraue Sie jetzt meinem Kollegen an, er kann Ihnen alle Fragen, die Sie vielleicht noch haben, beantworten.«
»Und Sie?« Bestürzt sah Frau Schrön ihn an. »Werden Sie denn bei der Geburt nicht dabeisein?«
Dr. Stefan Frank schüttelte den Kopf. »Leider geht das nicht. Heute ist mein letzter Tag hier in Berlin.« Als er sah, wie verstört seine langjährige Patientin auf diese Mitteilung reagierte, zog er eine Visitenkarte aus der Tasche. »Hier bitte, Frau Schrön. Wenn etwas ist — rufen Sie mich an. Ab morgen bin ich unter dieser Münchener Nummer zu erreichen.«
Dankbar sah Vera Schrön ihn an. Dr. Stefan Frank war ein ganz besonderer Arzt — einfühlsam, liebenswürdig, vertrauenerweckend. Bei ihm hatte man das Gefühl, rundherum geborgen zu sein. Sie hoffte nur, daß sie mit seinem Kollegen ebenfalls zufrieden sein konnte.
Nachdem die Patientin die Ordination verlassen hatte, ging Stefan Frank zu seinem Schreibtisch zurück. Mechanisch begann er aufzuräumen. Ein Briefbeschwerer, Papiere, medizinische Fachbücher, die ihm persönlich
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