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Zum Geleit
In den letzten zehn Jahren sind auf deutschen Bühnen nur drei ungarische Gegenwartstücke erstaufgeführt worden; auf Deutsch veröffentlicht wurden in diesem Zeitraum höchstens fünf neue Stücke aus Ungarn. In Buchform erschienen lediglich Stücke eines einzigen Autors in deutscher Sprache (in Südtirol).
Dabei sind in diesen Jahren sehr viele, thematisch wie stilistisch ganz verschiedene Theaterstücke in Ungarn entstanden, und es hat ein Generationswechsel bei den Autoren stattgefunden. Vornehmlich ist es nun die junge und mittlere Generation, die für das Theater schreibt, wobei György Spiro eine Ausnahme bildet.
Das Spektrum reicht von Stücken, die sich mit lange totgeschwiegenen Themen wie dem Volksaufstand von 1956 auseinandersetzen oder mit der jüngsten Vergangenheit ringen, über Werke, die die Verzweiflung, die Ratlosigkeit der Menschen und das Chaos in der neuen gesellschaftlichen Situation darstellen, bis hin zu Texten, deren Autoren sich von allen geschichtlichen Lasten und traditionellen ästhetischen Erwartungen befreit haben und als Kinder der Zeit auf die Welt reagieren oder eben nur über sich selbst reflektieren.
Dennoch ist die Vergangenheit in vielen Texten deutlich spürbar, läßt viele Autoren nicht los. Das gilt vor allem für diejenigen unter ihnen, die in den 60er und 70er Jahren das ungarische Drama prägten - soweit sie nicht ganz verstummt sind. Aber selbst mancher junge Autor hat Schwierigkeiten, sich auf die Gegenwart zu beziehen.
Der vorhegende Band versammelt sechs Stücke, die verschiedene Richtungen in der ungarischen Dramatik der letzten Jahre präsentieren. Bei der Auswahl der Texte waren zwei Aspekte ausschlaggebend. Die Herausgeber waren darauf bedacht, Texte zu
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