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ERSTER AKT
Das Zimmer ist niedrig; der Fußboden mit guten Teppichen belegt. Moderner Luxus auf bäuerische Dürftigkeit gepfropft. An der Wand hinter dem Eßtisch ein Gemälde, darstellend einen vierspännigen Frachtwagen, von einem Fuhrknecht in blauer Bluse geleitet.
Miele, eine robuste Bauernmagd mit rotem, etwas stumpfsinnigem Gesicht; sie öffnet die Mitteltür und läßt Alfred Loth eintreten. Loth ist mittelgroß, breitschultrig, untersetzt, in seinen Bewegungen bestimmt, doch ein wenig ungelenk; er hat blondes Haar, blaue Augen und ein dünnes lichtblondes Schnurrbärtchen, sein ganzes Gesicht ist knochig und hat einen gleichmäßig ernsten Ausdruck. Er ist ordentlich, jedoch nichts weniger als modern gekleidet. Sommerpaletot, Umhängetäschchen, Stock.
Miele: Bitte! Ich werde den Herrn Inschinnär glei ruffen.
Wollen Sie nich Platz nehmen?! Die Glastür zum Wintergarten wird heftig aufgestoßen; ein Bauernweib, im Gesicht blaurot vor Wut, stürzt herein. Sie ist nicht viel besser als eine Waschfrau gekleidet. Nackte rote Arme, blauer Kattunrock und Mieder, rotes punktiertes Brusttuch. Alter Anfang Vierzig - Gesicht hart, sinnlich, bösartig. Die ganze Gestalt sonst gut konserviert.
Frau Krause schreit-. Ihr Madelü Richtig! Doas Loster vu Froovulk! . . . naus! mir gahn nischt! . . . Halb zu Miele, halb zu Loth: A koan orbeita, o hoot Oarme, naus! hier gibbt's nischt! Loth: Aber Frau Sie werden doch ich ich heiße
Loth, bin . wünsche zu . . . habe auch nicht die Ab . . . Miele: A wull ock a Herr Inschinnär sprechen. Frau Krause: Beim Schwiegersuhne batteln: doas kenn mer schunn. - A hoot au nischt, a hoot's au ock vu ins, nischt üs seine! Die Tür rechts wird aufgemacht. Hoff-mann steckt den Kopf heraus. Hoffmann: Schwiegcrmama! - Ich muß doch bitten Er tritt heraus, wendet sich an Loth: Was steht zu . . . Alfred! Kerl! Wahrhaftig'n Gott, du!? Das ist aber mal . . . nein d a s is doch mal 'n Gedanke!