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ERSTER AKT
In Schönwalds Zimmer
ERSTE SZENE Schönwald. Lenchen.
Lenchen: Sind Sie Ihres Besuchs los, Schönwald?
Schönwald: Ja, mein Lenchen, Herr P war da.
Lenchen: P ? Und was wollte der?
Schönwald: Er reisete vorbei, und sprach auf einen Augenblick bei mir ein.
Lenchen: Sie müssen sich sehr über seinen Besuch gefreut haben. Man sieht es Ihnen an.
Schönwald: Sollte ich nicht vergnügt sein, da mir alles zu Ihrem Besitz Glück wünscht und mich glücklich schätzt, eine so gute Wahl getroffen zu haben. - Er küßt ihr mit einer angenommenen Verwirrung die Hand. Aber - mein Lenchen! -
Lenchen: Nun! -
Schönwald: Mein liebstes Lenchen!
Lenchen: Was bedeutet dieser geheimnisvolle Blick?
Schönwald: Was er bedeutet, mein angebetetes Lenchen!
Lenchen: Schon zum drittenmal ohne herauszubeichten! Sie machen meine Neubegierde immer ungeduldiger.
Schönwald: Man muß sich bei jedem Vergnügen auch auf unangenehme Vorfälle gefaßt machen.
Lenchen: Wozu diese Vorrede? Machen Sie mich nicht ohne Ursache bange! Sagen Sie bald, was Sie zu sagen haben. Es mag sein was es will, die ängstliche Vorbereitung ist allezeit quälender als das Unglück selbst.
Schönwald: Lieben Sie mich?
Lenchen: Ist das eine Frage? Sind Sie noch nicht genug überzeugt, wie sehr ich Ihnen ergeben bin? Sie hätten mich sehen sollen, als Sie so gefährlich krank waren. Blutige Träume wa-ren's, die Nacht für Nacht den Schlaf aus meinen Augen jagten. Ich bin stolz darauf, daß ich es Ihnen schwören kann, keine Person auf der Welt liebe Sie so sehr, als ich Sie liebe.