Bővebb ismertető
VORWORT
ON den Anfängen der italienischen Komödie im Cinquecento ist selbst unter den literarisch Gebildeten diesseits der Alpen seltsamerweise so gut wie nichts bekannt. Man pflegt nicht einmal zu wissen, daß der Dichter, der in Italien als Begründer derselben angesehen wird, — neben dem
Kardinal Bibbiena, der mit einem einzigen Lustspiel ihm den Rang streitig macht, — Lodovico Ariosto ist, der Verfasser der weltberühmten romantischen Epopöe, des Orlando furioso, und daß kein Geringerer als der berühmte Florentiner Staatssekretär, Niccolo Machiavelli, wenige Jahre nach ihm der Bühne eine Komödie gab, die an komischer Erfindung und Feinheit der Charakteristik seitdem in Italien unübertroffen geblieben ist. Der dritte, der in diesem Buche den beiden anderen zugesellt erscheint, war so wenig wie seine großen Kollegen ein zünftiger Dramatiker, sondern hat, durch ein politisches Verbrechen mehr berüchtigt als berühmt geworden, nur ein einziges Lustspiel hinterlassen, die Frucht seiner klassischen Studien, die auch den Erstlingsarbeiten der beiden anderen zugrunde lagen.
Nicht nur durch die nahe Verwandtschaft mit der durch den Humanismus neuentdeckten Literatur der Griechen und Römer trägt alles, was der Frühzeit der italienischen Komödie angehört, den Stempel seiner Herkunft, sondern auch das Gepräge seiner Zeit durch die sittlichen Voraussetzungen der Handlung und die Unbedenklichkeit des gesellschaftlichen Tons. Man weiß, daß vieles, was heutzutage den größten Anstoß geben und vor der Zensur nicht bestehen würde, selbst am Hofe der Päpste dargestellt werden konnte, ohne daß die hohen Kirchenfürsten in Zweideutigkeiten der gewagtesten Art mehr sahen als eine Freiheit, die der Dichter sich nehmen mußte, wenn er Lachen erregen und gefallen wollte. Dergleichen fand nicht nur den Applaus eines heiligen Vaters wie Alexander VI., des sittenlosesten, der je auf Petri Stuhl gesessen und sich nicht gescheut
I Heyse, Lustspiele