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Dénes Zoltai - Dreißig Jahre der ästhetischen Forschung in Ungarn [antikvár]

Dreißig Jahre der ästhetischen Forschung in Ungarn [antikvár]

Dénes Zoltai, Zoltai Dénes

 
Dreißig Jahre der ästhetischen Forschung in Ungarn von DÉNES ZOLTAI 1945: das Jahr der Landesbefreiung begann nicht allein in der politischen Geschichte unserer Nation ein neues Blatt. Dasselbe hat sich in der Gesamtheit unserer Kultur wiederholt, somit auch in unseren Gesellschaftswissenschaften. Es dürfte jedoch dieses neue Blatt — etwa mit Ausnahme der Philosoijhie — in keiner der Wissenszweige so neu, so rein, so unbeschrieben gedünkt haben, daß man es erst von nun an zu beschreiben hätte, wie auf dem Gebiet der...
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Dreißig Jahre der ästhetischen Forschung in Ungarn von DÉNES ZOLTAI 1945: das Jahr der Landesbefreiung begann nicht allein in der politischen Geschichte unserer Nation ein neues Blatt. Dasselbe hat sich in der Gesamtheit unserer Kultur wiederholt, somit auch in unseren Gesellschaftswissenschaften. Es dürfte jedoch dieses neue Blatt — etwa mit Ausnahme der Philosoijhie — in keiner der Wissenszweige so neu, so rein, so unbeschrieben gedünkt haben, daß man es erst von nun an zu beschreiben hätte, wie auf dem Gebiet der ästhetischen Forschungen. Wollten wir über Erneuerung sprechen, dann erhielte hier der Ausdruck einen besonderen Nachdurck. Nicht im Sinne etwa des Beginnens vom absoluten Nullpunkt, des völligen Mangels an Tradition. Vor allen Dingen fällt der Ballast negativer Tradition. Vor allen Dingen fällt der Ballast negativer Traditionen ins Auge. Im alten, feuda]kaj)italistischen Ungarn, dessen eingeschlangene Richtung eine spezifische Variante des isreußischen Weges war, und das die Lasten der sozialen Rückständigkeit mitzuschleppen hatte, kam die den Schicksalsfragen des Zeitalters und darin denen nationalen Daseins verantwortlich entgegenschauende Philosophie zu keinen richtigen Ehren; die ungeliechmäßige Entwicklung ließ in tinseren kulturellen Leben der Literatur, innerhalb derselben der Lyrik, und der Musik diejenige Rolle zukommen, welche anderswo die das j)rogressive Selbstbewußtsein artikulierende begriffliche Denken zu spielen hatte. Davon rührt die bis zum Jahre 1945 anhaltende eigenartige Doppelheit unserer Ästhetik her. Einerseits wurde — von seltenen Ausnahmen abgesehen — ihre Entwicklung, als solche einer philosophischen Diszii^lin, zufolge der Übermacht des von Endre Ady gepeitschten „ungarischen Brachackers" provinciell-kleinkalibrig, blumenarm verunkrautet. Zwischen den beiden Weltkriegen machte sogar die bürgliche Völkercharakterologie die Not zur Tugend, durch die Behauptung: es sei der ungarischen Seele jegliche ,.nebelhafte Abstraktion" fremd. Andererseits vermochte eine Art der die unbebaute, leere Stelle der wahren Kunstphilosophie einnehmenden, eigentümlichen Essayliteratur dennoch aufzublühen, und zum Teil auch die Kunstkritik, diezwar Belin-skij — den revolutionär-demokratischen Zug der russischen Entwicklung 16*

Termékadatok

Cím: Dreißig Jahre der ästhetischen Forschung in Ungarn [antikvár]
Szerző: Dénes Zoltai Zoltai Dénes
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 160 mm x 230 mm
Dénes Zoltai művei
Zoltai Dénes művei
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