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Entwicklungspolitik und Dritte Welt stellen nicht nur inhaltlich, sondern auch didaktisch eines der schwierigsten Lernfelder des politischen Unterrichts dar. Trotz jahrzehntelanger beachtlicher Anstrengungen der Entwicklungsländer und ihrer Zusammenarbeit mit den Industrieländern sind die erwarteten Ziele noch in weiter Ferne. Die Entwicklungspolitik selbst ist in einer permanenten Krise. Die Zunahme von Armut und Hunger ist eklatant. Dabei orientierte sich Entwicklungspolitik vornehmlich an ökonomischen Entwicklungsmodellen, und entsprechend wurde Unterentwicklung vorwiegend ökonomisch definiert. Die großen Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern - bevölkerungsmäßig, kulturell, historisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch - fanden zu wenig Beachtung in den Entwicklungsmodellen.
Angesichts der globalen Größenordnung des Problems und seiner menschlichen und politischen Rückwirkungen auf uns ist ein Umdenken erforderlich, ein Bewußtsein, das mit Entwicklungspolitik und Dritter Welt eine gerechte Weltordnung verbindet und damit einen Beitrag zur Friedenssicherung leistet. Aus diesem Grunde hat der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Warnke auf der 214. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 21.122. April 1983 in Berlin die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern betont und diese auch als didaktisches Prinzip für die Behandlung des Themas im Unterricht herausgestellt. Die Grundlagen dafür müßten bereits in der Jugend gelegt werden. Die Solidarität mit den Menschen in der Dritten Welt solle im Lernprozeß mindestens gleichrangig mit fachlichem Wissen über Entwicklungsländer vermittelt werden.
Diese Aufgabe ist im pädagogischen Bereich seit Jahren erkannt. Fachliteratur, Schulbücher und Lehrpläne der einzelnen Bundesländer räumen der Thematik einen hohen Stellenwert ein. Die Lehrplananalyse, die im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung von einer Forschungsgruppe des Instituts für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften der Universität Gießen erstellt wurde, belegt dies. Erhebliche Defizite finden sich bei der didaktischen Umsetzung. Die Komplexität des Lernfeldes Entwicklungspolitik/Dritte Welt stellt den Lehrer vor schwierige Probleme: Stoffülle, Detailinformationen und die notwendige Reduktion von Erklärungsmustern führen zu der Einsicht, daß eigentlich eine ganze Reihe von Fachwissenschaften gefragt wäre.
Dies war auch der Grund, warum die Bundeszentrale in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Deutschen Vereinigung für politische Bildung und dem Verband Deutscher Schulgeographen im Dezember 1984 in der Heimvolkshochschule Haus Neuland/Bielefeld eine didakti-
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