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PrologAn der Kirchentür waren Lilien. Totenblumen - mit schmalen gelben Zungen im Innern - als Schmuck für eine Hochzeit. Sie verspürte ein wildes Verlangen, sie zu zerfetzen, gleich dort, im Schatten des überdachten Portals.Sie wunderte sich selbst, wie sie es fertigbrachte, so ruhig zu bleiben. Sie trat in die Kirche, die mit den zweihundert Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt war, und ein Raunen ging durch die Menge der Versammelten, als sie sich zum Altar wandte. Köpfedrehen von allen Seiten, Getuschel. Immer wieder hörte sie ihren eigenen Namen.Krampfhaft bemüht, die Beherrschung zu bewahren, ging sie mit festem Schritt durch den Mittelgang. Grüßte. Nickte. Lächelte. Geradeso, als kümmerte sie nichts auf der Welt.Geradeso, als wünschte sie es, daß Thomas eine andere heiratete.Sie wußte, ohne hinzusehen, daß Randolph und Ruth, ihre Eltern, sich nach ihr umgedreht hatten; vielleicht winkten sie ihr eben in diesem Moment zu, sich zu ihnen zu setzen.Doch sie wählte einen Platz am Ende einer dichtbesetzten Bank und wartete kühl und gelassen, bis die Leute aufrückten, um sie hineinzulassen. Sie fixierte sie mit ihren Blicken -und es war wie eine Herausforderung, jemand könne ihr auch nur andeutungsweise zu verstehen geben, bei ihrem Umfang sei hier kein Platz mehr für sie. Als sie sich niedergesetzt hatte, senkte sie die Stirn auf die Hände, als betete sie. Und nach einer Minute oder so gelang es ihr, ihren Atem unter Kontrolle zu bringen.