Bővebb ismertető
Einleitung A. Das Zitat in der deutschen Sprache
1. Zur Geschichte des Zitierens
Wenn man einen Text zu verfassen oder eine Rede zu halten hat, steht man vor der Aufgabe, Lesern oder Zuhörern seine Gedanken zu einem bestimmten Thema in verständlicher und einprägsamer Form zu übermitteln. Dabei wird man feststellen, daß es oftmals sehr nützlich ist, das, was man ausdrücken will, mit den Worten anderer Menschen wiederzugeben. Dies kann zum Beispiel notwendig sein, um der eigenen Aussage durch die Berufung auf eine Autorität größeres Gewicht zu verleihen. In vielen Fällen hat man aber auch den Wunsch, bereits Gesagtes noch einmal pointiert zusammenzufassen, eine längere Ausführung mit einem schlaglichtartigen Satz abzuschließen. Oder man will eigenen Worten eine gewisse Würze verleihen und dem Leser- oder Hörerpublikum etwas mitgeben, das sich spontan einprägt, das noch lange im Ohr nachklingt. Als Schreiber oder Redner greift man dann gerne auf eine Äußerung zurück, in der eine allgemein bekannte Persönlichkeit, ein klassischer oder moderner Schriftsteller, ein Prominenter aus Politik, Wirtschaft oder Kultur bereits einen ähnlichen oder sogar den gleichen Gedankengang prägnant zugespitzt vorformuliert hat.
Wenn man sich dieses stilistischen Kunstgriffs bedient, wendet man eine Technik an, die bei allen Autoren und Vortragenden von der Antike bis hin zur Gegenwart immer wieder herangezogen wurde: man zitiert. Schlägt man im Wörterbuch nach, so findet man zitieren definiert mit >eine Stelle aus einem gesprochenen oder geschriebenen Text unter Berufung auf die Quelle wörtlich wiedergeben<. Das Wort geht zurück auf lateinisch citare, das >herbeirufen<, auch >anrufen, erwähnen, nennen< bedeutet und in der römischen Rechtssprache die Bedeutung >vorladen< und >sich auf jemandes Zeugenaussage berufen< erhalten hat. Mit der Übernahme des römischen Rechts wurde es im 15. Jahrhundert ins Deutsche als juristischer Fachausdruck entlehnt. Seit dem frühen 18. Jahrhundert wurde es, ausgehend von der lateinischen Bedeutung >erwähnen, nennen< dann auch im Sinne von >einen Autor, eine Schrift[stelle] als Zeugen heranziehen< verwendet. Ebenfalls im 18. Jahrhundert entstand aus lateinisch citatum, >das [namentlich] Angeführte, Erwähnte< (substantiviertes Partizip Perfekt von citare), die gelehrte Bildung Zitat im Sinne von >wörtlich angeführte Stelle (aus einer Schrift oder Rede)<.
Für die Autoren der Antike war das Zitat in erster Linie ein rhetorischer Schmuck, mit dem sie ihre Ausführungen versahen. Zitiert wurde hauptsächlich aus der >Ilias< und der >Odyssee< des altgriechischen Dichters