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KÜNSTLERISCHE UMRISSE
Il faut avoir une haute idée, non pas de ce qu'on fait, mais de ce qu'on pourra faire un jour, sans quoi ce n'est pas la peine de travailler.
(Degas zu Ernest Rouart)
Die heutige Zeit, die für das Sachliche, das Substantielle in der Kunst wieder empfindlich ist, scheint auch dem Werk eines Degas größere Empfänglichkeit entgegenbringen zu wollen. Zögernd zwar. Noch ist man vielfach geneigt, ihn gegenüber Zeitgenossen wie Cézanne, Van Gogh, Gauguin und Renoir gering zu schätzen. Mit Unrecht. Wenngleich Degas auf die Kunst um und nach ihm nicht in dem Maße eingewirkt hat wie jene: in der wahrhaft grandiosen Entwicklung der französischen Malerei des neunzehnten Jahrhunderts steht er keineswegs abseits, vielmehr nimmt auch er in ihr eine aktive, festumrissene und wichtige Stellung ein. Wer einen so bedeutenden Künstler wie Toulouse-Lautrec entscheidend inspirieren konnte, mußte selbst eine zutiefst schöpferische Natur sein. Lautrec blieb nicht der einzige. Es sei an Forain, an Mary Cassatt erinnert. Und sind nicht auch Yuillard, Bonnard und Roussel in mancher Hinsicht Degas verpflichtet? Selbst im Schaffen der jüngeren Lebenden - nicht bloß in Frankreich - spürt man öfters seinen befruchtenden Einfluß.
Degas hatte eine künstlerische Sendung so gut wie seine Kollegen. Nur ist sie anderer Art gewesen - vor allem ihrer
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