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IDYLLE VOM BODENSEE
ODER
FISCHER MARTIN
In sieben Gesängen
Erster Gesang
Dicht am Gestade des Sees, im Kleefeld, steht ein verlaßnes Kirchlein, unter den Höhn, die, mit Obst und Reben bewachsen, Halb das benachbarte Kloster und völlig das Dörfchen verstecken, Jenes gewerbsame, das weitfahrende Schiffe beherbergt. Uralt ist die Kapelle; durch ihre gebrochenen Fenster Streichet der Wind und die Distel gedeiht auf der Schwelle des Pfört'
leins;
Kaum noch hält sich das Dach mit gekrümmtem First, ein will/-
kommner
Schutz vor plötzlichem Regen dem Landmann oder dem Wandrer. Aber noch freut sich das Türmchen in schlanker Höhe den weiten See zu beschauen den ganzen Tag und segelnde Schiffe, Und jenseits, am Ufer gestreckt, so Städte wie Dörfer, Fern, doch deutlich dem Aug, im Glanz durchsichtiger Lüfte. Aber im Grund wie schimmern die Berge! wie hebet der Säntis Silberklar in himmlischer Ruh die gewaltigen Schultern!
Hoch noch weilte die Sonn' in Westen und wärmte des Kirchleins Mauern; es schattete zierlich im Fenster die steinerne Rose Innen sich ab an der Wand, an welche gelehnt auf den kühlen Platten die Mähder vom Dorfe den Trunk einnahmen, der Schneider Wendel und seines Weibes Verwandter, ein lediger Bursche, Steffen genannt; die zwei. Zu ihnen gesellte sich grüßend Martin, der Fischer, ein Siebziger schon, noch munter und rüstig; Nicht wie seines Gewerbes die anderen, denen der Geist sich Stumpft im gemächlichen Tun des gleich hinschleichenden Tages,
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