Bővebb ismertető
EUROPA IN DER LEGITIMITÄTSKRISE
Von der Lust am Selbstmord
Friedensnobelpreis für die Europäische Union hin oder her: Viele haben mitleidig die Stirn gerunzelt, andere davor gewarnt, manche mich ausgelacht, als sie hörten, dass ich dieses Buch schreiben will. Es liegt trotzdem hier vor Ihnen, weil meine Sorge täglich zunimmt - meine Sorge, dass wir drauf und dran sind, unsere Zukunft aufs Spiel zu setzen und einer merkwürdigen Lust am Selbstmord nachzugeben.
Die Vision von einem vereinten Europa ist uns verloren gegangen. Gewiss weiß auch ich, dass es eine hoffnungslose Utopie wäre, zu erwarten, dass das Vorhaben von heute auf morgen, sozusagen mit einem großen Schlag, vollendet werden könnte. Es gibt - um ein Lieblingswort unserer Bundeskanzlerin zu verwenden - in der Tat keine Alternative dazu, sich Schritt um Schritt (und entsprechend mühselig) an das große Ziel heranzuarbeiten. Das hat sogar etwas Gutes, weil es auf diese Weise mögUch bleibt, Fehler, die unweigerlich vorkommen können, auch wieder zu korrigieren. Doch erfolgreich kann ein solcher Weg nur sein, wenn es eine Idee gibt, die allen Beteiligten als gemeinsames Ziel für ihr tägliches Handeln dient. Diese Idee, dieses Ziel ist nicht mehr zu erkennen. Offensichtlich hat niemand mehr den Mut und die Glaubwürdigkeit, uns überzeugend zu erklären, wohin die Reise zum Schluss führen soll. Ein Plädoyer für Europa: also verlorene Liebesmühe! Liegt das Kind nicht längst im Brunnen.^ Verbirgt sich nicht dahinter kaum mehr als eine naive Illusion, das Traumgespinst grauer Büro-