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Der alte SchloimeUnser Städtchen ist zwar nicht groß, sämtliche Einwohner lassen sich herzählen, und der alte Schloime hat hier sechzig Jahre lang ununterbrochen gelebt, aber dennoch würde Ihnen nicht jeder sagen können, wer Schloime ist und was er vorstellt. Das kommt, weil man ihn einfach vergessen hat, wie man einen unnützen Gegenstand vergißt, der einem selten ins Auge fällt. So ein Gegenstand war auch der alte Schloime. Sechsundachtzig Jahre war er alt. Seine Augen tränten, um sein Gesicht, ein kleines, schmutziges, runzliges Gesicht, wucherten ein niemals gekämmter gelblicher Bart und dichte, wirre Haarbüschel. Schloime wusch sich fast nie, wechselte selten die Sachen und roch schlecht; sein Sohn und die Schwiegertochter, bei denen er wohnte, zuckten die Achseln, versteckten ihn in einem warmen Winkel und vergaßen seiner. Der warme Winkel und Essen, das war Schloime geblieben, und damit schien er zufrieden. Die alten, kaputten Knochen wärmen, ein gutes Stück fettes, saftiges Fleisch essen - das war sein größter Genuß. Zu Tisch kam er als erster; seine starren Augen tränten gierig, mit langen knochigen Fingern stopfte er die Speisen in den Mund und aß, aß, aß, bis man sich weigerte, ihm mehr zu geben, und sei's ein winziges Stückchen. Schloime war widerlich anzusehen, wenn er aß: Seine dürre Gestalt zitterte, die Finger trieften von Fett, und er blickte kläglich, erfüllt von der seltsamen Furcht, man könnte ihn kränken, ihn vergessen. Manchmal machte sich die Schwiegertochter bei Tisch einen Spaß mit ihm: wie zufällig ließ sie ihn aus; dann erregte sich der Greis, äugte hilflos umher, zwang seinem schiefen zahnlosen Mund ein Lächeln ab; er wollte zeigen, daß für ihn das Essen nicht wichtig sei, daß er darauf verzichten könne, doch in der Tiefe seiner Augen, in den Mundfalten, in den bittend7