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I
m Lindenbaum des Pfarrgartens zu Heimatsried pfeift eine Amsel. Es ist halb vier Uhr früh. Vom Turm der Kirche dröhnen die zwei Schläge so laut, daß die Amsel erschrocken innehält. Der Marktflecken schläft noch.
Nur beim Bäcker Hammerer brennt Licht in der Backstube, und der Rauch steigt kerzengerade aus der Esse in die immer heller werdenden Lüfte. Die Sterne werden blaß und verlöschen schließlich wie Kerzenlichter im aufkommenden Wind. Um diese Zeit begrüßt Regina Helmbrecht mit einem ersten hellen Schrei das Licht der Welt.
In der weißen, in einer wuriderlichen Mischung von gotischem und barockem Stil gebauten Villa des Tierarztes Heinrich Helmbrecht hat die ganze Nacht das Licht gebrannt.
Jetzt packt Dr. Hinterholzer die Instrumente zusammen und gibt der Hebamme noch Anweisungen. Die Geburt war schwer, und mitunter hat es während der letzten Stunde so ausgesehen, als ob dieses Kind gar nicht lebend zur Welt kommen sollte. Aber dann hat Gott ein Einsehen gehabt mit der gequälten Frau und dem Ungeborenen. Wer weiß, vielleicht hat er noch etwas Besonderes vor mit diesem Kind.
Jetzt verläßt der Arzt das Haus. Bei der Gartenlaube, wo der Weg zur Straße hinausführt, steht Dr. Helmbrecht, die Augen voll Schlaf und Sorge.
Es hat ihn nicht mehr gelitten im Haus, in dem die Stunden dieser Nacht wie langsam fallende Tropfen in die Ewigkeit zu versinken schienen. Sooft er der Hebamme habhaft hatte werden können, hatte er sie mit den drei Worten »Was ist los?« überfallen. Und da man nicht ge-
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