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Ein Gürtel für Lakschmi [antikvár]

Kedar Nath

 
Er stolperte über eine Unebenheit im Blirgersteig, konnte sich aber haltén. Dabei blickte Stephen Jacob auf seine Armbanduhr. Der Himmel war bedeckt. Das Leuchtzifferblaítzeigte Viertelelf. Er konnte sich nur vorwárts tasten, trotzdem ging er rasch weiter. Aus einem Fenster fiel ein fahler Lichtkegel auf das Pflaster. Ringsum war es still. Plötzlich hörte Jacob Schritte hinter sich. Die Hitze lastete so auf ihm, daB er sich nicht einmal umgedreht hatte, um zu sehen, wer mit ihm aus dem Bus ausgestiegen war. Er blieb abrupt stehen, machte...
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Er stolperte über eine Unebenheit im Blirgersteig, konnte sich aber haltén. Dabei blickte Stephen Jacob auf seine Armbanduhr. Der Himmel war bedeckt. Das Leuchtzifferblaítzeigte Viertelelf. Er konnte sich nur vorwárts tasten, trotzdem ging er rasch weiter. Aus einem Fenster fiel ein fahler Lichtkegel auf das Pflaster. Ringsum war es still. Plötzlich hörte Jacob Schritte hinter sich. Die Hitze lastete so auf ihm, daB er sich nicht einmal umgedreht hatte, um zu sehen, wer mit ihm aus dem Bus ausgestiegen war. Er blieb abrupt stehen, machte unversehens kehrt und sah gerade noch, wie eine Gestalt zurückglitt und sich an die steingraue Mauer einer Moschee drückte. Das muBte der Bursche sein, der ihm vorhin in der Hotelhalle aufgefallen war; er schien ihn zu beobachten, ohne aufzusehen. Jacob hatte ihn auch an der Bushaltestelle vor dem Hotel bemerkt. Der Kerl hatte einen Halbmond rechís auf die Stirn tatowiert. Eine Narbe, vermutlich von einer Stichverletzung, lief quer über die linké Wange bis zur Spitze des Kinns. Dadurch erhielt das dunkle, lángliche Gesicht mit seiner ledrigen Haut und den blutunterlaufenen Augen etwas Wildes. Sowie er Jacobs prlifenden Blick spürte, hatte er ihm den Rücken zugewandt und unter seinem knielangen losen Überwurf nach etwas getastet. Dann kam der Bus herangebrummt, ein wackliges, altes, kastenförmiges Vehikel. Die leuchtendrote Narbe war das einzige, was sich Jacob eingeprágt hatte, als er rasch auf einen Sitz zuging, denn ganz plötzlich war es stockdunkel in der Stadt, weil der Strom ausfiel. Der Verfolger könnte durchaus eine Pistole in einer Halfter unter der Achsel tragen, kam es Jacob in den Sinn. Er hatte etwas Teuflisches an sich. Wahrscheinlich war er ein wilder Fanatiker, nur darauf aus, sich für eine Schmach zu ráchen. die ihm früher ein britischer Sóidat oder Beamter angetan hatte. Die Gelegenheit dazu war ideál, das Opfer war alléin, die StraBe menschenleer, nicht mai der Schatten eines Polizisten war in Sichtweite. In dem Augenblick wurde sich Jacob bewuBt, daB er sich selbst als Zielscheibe anbot, geradezu darum bat, mit einer Kugel bedacht zu werden. ,,Verdammt noch mal!'k - unddamitsprangerausdem Lichtkegel, der ihneinrahmte. Imgleichen Moment erlosch wie auf Verabredung auch die Lampe flackernd. Er hörte lautes Auspuffknattern und sah vom anderen Ende der StraBe her einen Lichtschein über den Asphalt fegen. Die Reifen kamen am Bordstein kreischend zum Stehen, und der Lichtstrahl erfaBte einen langbeinigen Mann an der Moscheemauer. Der Scheinwerfer ging aus, der Motor stand, und zwei Gestalten lösten sich von dem Motorrad. Jacob hielt sich auf seine Kaltblütigkeit ziemlich viel zugute. Er hatte seine Automatik im Hotelzimmer gelassen - damit wollte er bei dem Partner, zu dem er das erstemal ging, den Eindruck des Vertrauens erwecken. Er war ohne Waffe, jeder Gefahr ausgeliefert. Der Gedanke lieB ihn fröstein, und er fing an zu rennen. Kaum hatte er die Kurve genommen, als ihn der Strahl einer Taschenlampe blendete und ihn regelrecht festnagelte. ,,Alamarah?" Jacob war wie vor den Kopf geschlagen. Dann schaltete er. Man fragte ihn nach dem Kennwort. ,,Hindustan"\ erwiderte er. Die Spitze eines Schnappmessers wurde von seiner Kehle zurückgezogen, und der Lichtstrahl blendete ihn nicht lánger. Komm!" sagte eine grobe Stimme. ,,Wohin?kk Der Mann iiberragte ihn drohend. ,,Kommv\ wiederholte er. Sie gingen ein paar Hauserbiocks láng schweigend nebeneinander. Hinter dem A1 Manarah, dem altén Turm, trat ein anderer Mann aus einem Gebáude in der Luqman Road. Er rief Jacob an. ,,Okay, okayk\ sagte Jacobs Begleiter. ,,Halt die Schnauze", hieB es auf arabisch. ,,Alamarah?tl ,,Hindustank\ erwiderte Jacob. Der neu Hinzugekommene schnippte mit den Fingern. ,,Hau ab!11 knurrte er zum ersten, der machte kehrt und war von der Nacht verschluckt. Seine Bedeckung führte Jacob in den

Termékadatok

Cím: Ein Gürtel für Lakschmi [antikvár]
Szerző: Kedar Nath
Kiadó: Verlag Volk und Welt
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 150 mm x 230 mm
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