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Heulend jagte der spätherbstliche Sturmwind hinter den wasserschweren Wolken her und zerfetzte sie. Kahl und öde lag das Land, eine schutzlose Beute des Windes. Es war Vormittag.
Im Schützengraben stapfte ein deutscher Soldat auf und ab. Den Kopf fröstelnd in den aufgeschlagenen Mantelkragen gezogen und den Rücken gekrümmt, sah er kleiner aus, als er war. Der kalte Wind stach mit eisigen Spitzen bis auf die Haut. Die Langeweile und Eintönigkeit drückten fast alle Gefühle und Gedanken nieder, so wie der Wind die überreifen Maisstengel ringsum an den Boden preßte.
Wenn man Nacht für Nacht kein Auge zumachen konnte, war auch jede halbe Stunde Tageswache schon zuviel. Der Schütze Ernst Sörnlein beneidete die Kameraden seiner Gruppe, die sich ausstrecken und schlafen durften. Es waren zwar nur Löcher, in die sie sich verkrochen hatten, Löcher, in die Grabenwand getrieben, davor eine Zeltbahn, gegen den Wind und den peitschenden Regen — aber dort liegen zu dürfen befreite von der Anstrengung, die bleischweren, brennenden Augenlider gewaltsam offenhalten zu müssen. Und in eine Decke gehüllt und den wärmenden Leib eines Kameraden neben sich, ließ es sich da für Stunden sogar einigermaßen schlafen.
Noch besser hatte es allerdings der Zugführer. Ernst Sörnlein drehte den Kopf und ließ den Blick die aufgeschüttete dunkle Zickzacklinie des Laufgrabens entlangwandern, die sich zum Unterstand des Zugführers hinzog. Sie endete neben dem massig aufgewölbten Erdbuckel. Nadits, wenn keine Feindeinsicht möglich war, schlängelte sich aus diesem Hügel sogar ein warmes Rauchfähnchen in die Luft. Und stand der Wind so, daß er den Rauch dem Graben zutrieb, wollte die lange, kalte Nacht schier unerträglich werden. Und nicht nur einmal hatte sich der Schütze Ernst Sörnlein die