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Vorwort
Die Zeiten sind schwierig - wieder einmal. Die Weltwirtschaft erlebt eine Krise. Die Auguren meinen, wir haben das Schlimmste überstanden. Olaf Scholz, ehemals Arbeitsminister, verkündet, Vollbeschäftigung sei in Sicht. Andere sehen das anders, ich auch. Unkenrufe erklingen seit langem verbreitet. Günter Grass ließ seinen Helden in der gleichnamigen Erzählung schon 1992 sagen: »Umwälzungen von barbarischer Gewalt sehe ich auf Umwegen und direkt auf uns zukommen, manche mögen heilsam sein. Dennoch kann ich die gegenwärtige Hochstimmung nicht ohne Vorbehalt teilen; ihr Umschlag in Bitternis ist wie vorgeschrieben.« Ein Mann wie der Exkanzler Helmut Schmidt sagte 1999: »In Wirklichkeit organisieren wir eine Katastrophe der Menschheit gegen Ende des kommenden Jahrhunderts.« Adam Schaff, der mir näher steht, erklärte 2002: »Ich war und bin - ungeachtet aller Schwachköpfe - überzeugt von den Ideen des Sozialismus. Entweder Sozialismus oder Barbarei.«
Ich bin jetzt Zuschauer, habe mein Berufsleben schrittweise beendet. Es hat mich mit vielen Menschen zusammengeführt. Darunter waren Kriegsverbrecher, gewöhnliche Mörder, Sittlichkeitsverbrecher, Diebe, Betrüger, betrogene oder betrügende Eheleute und Politiker bis hinauf zum Vorsitzenden des Staatsrates der DDR. Daneben war ich auch Lehrer im Parteilehrjahr, Parteisekretär und Vorsitzender eines Rechtsanwaltskollegiums. Das alles war einmal. Ich hatte damit viel zu tun, manchmal sehr viel. Später habe ich die gewonnene Freizeit genutzt, um unseren Garten zu bestellen und zu schreiben. Ich schreibe gern.
In den Ehescheidungsverfahren habe ich mich in der DDR bemüht, ein plastisches Bild der Eheprobleme darzustellen. Meine Mandantinnen und Mandanten waren oft zufrieden. In der DDR habe ich dann auch kleine Broschüren über Anwaltsprobleme und Rechtsprobleme der Liebe geschrieben.