Erste
Flugstunden
Nestwárme hatte ich schon abge-kriegt, aber das Leben war für mich ein tückischer Kasten. Wenn ich zum Flug ansetzte, knallte ich meist schnell gegen eine Wand und brach mir einen Flügel Jetzt heiiSt dieses Buch ja nicht „Die Vögel" von Alfréd Hitchcock oder so, aber ich gebe hier schon ein paar Herzschlage meines Lebens preis, die jedem bekannt sein dürfen
Ich war nicht von schlechten Eltern, doch die meisten Kinder auf dem Schul-hof waren irgendwie lauter als ich, tol-ler, schlauer, schneller - kamen besser...
Erste
Flugstunden
Nestwárme hatte ich schon abge-kriegt, aber das Leben war für mich ein tückischer Kasten. Wenn ich zum Flug ansetzte, knallte ich meist schnell gegen eine Wand und brach mir einen Flügel Jetzt heiiSt dieses Buch ja nicht „Die Vögel" von Alfréd Hitchcock oder so, aber ich gebe hier schon ein paar Herzschlage meines Lebens preis, die jedem bekannt sein dürfen
Ich war nicht von schlechten Eltern, doch die meisten Kinder auf dem Schul-hof waren irgendwie lauter als ich, tol-ler, schlauer, schneller - kamen besser an, aber immerhin: Meine Bilder aus der Malstunde wurden auf dem Flur ausgestellt. Förderunterricht konnte meine Sauklaue auch nicht formen, aber unterm Strich reichte es meinen Eltern spáter fürs Gymnasium.
Ali die Jahre war ich versetzungs-gefáhrdet und stets der stille Aufíen-seitertyp. Manchmal machte ich den
Die geballte Faust
i^lt er 12 jáhrige Dan láuft
verschwitzt, wortlos und verángstigt an seinem Vater vorbei, stürmt die Treppe hinauf und schon kracht hinter ihm die Zimmertür ins Schlofi.
Verwundert steht der breit-schultrige, kráftige Mann im Hausgang. Was er wohl hat?
Da muss doch was passiert sein und schon steigt der Vater die Stufen hinauf. Un-terwegs fallen ihm Bluttrop-fen auf jeder zweiten Stufe auf. Nun beginnt sich der Vater noch mehr Sorgen zu machen.
Dan springt in die hinterste Ecke, ballt seine Hánde zu Faustén und kauert weinend auf dem Boden. Der Vater ist schockiert von diesem Bild. Aus der rechten Hand tropft Blut. „ Was hast du gemacht, mein Sohn?" fragt er mit mitleidvoller Stim-me, wáhrend er nur darüber nachdenkt, wo all das Blut herkommt und wie er seinem Sohn am besten helfen kann.
Doch Dan presst die Faust zusammen, schreit „ Nein " und verzieht vor Schmerzen das Gesicht. „Lass' dir doch helfen, lass' mich sehen "
Er klopft an die Zimmertür und ruft seinen Sohn. Aber Dan antwortet nicht. „ Was ist los?", durchbricht die kráftige Mánnerstimme die Stíllé.
Dan bleibt still. „Ich komm' jetzt rein, hörst du?", kün-digt der Vater entschlossen an und öffnet im gleichen Mo-ment die Tür.
Doch noch fester pressen sich die Finger von Dans Hand zusammen, fester und fester Der Vater sitzt daneben, wortlos wartet er, dass er helfen kann.
SchlieGlich umschliefit er be-hutsam Dans Faust mit seinen warmen Hánden, blickt in das schmerzverzerrte
Termékadatok
Cím: Ein Mädchen auf der Suche nach Liebe/Liebe [antikvár]
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