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Kreml, Moskau 19. Mai 1966Es ist eine Fälschung!" sagte der sowjetische Generalsekretär, ohne den BHck von dem exquisiten kleinen Gemälde zu wenden, das er in der Hand hielt.Unmöglich", erwiderte sein Kollege vom Politbüro. Die Zarenikone vom heiligen Georg mit dem Drachen hängt seit über fünfzig Jahren unter strengster Bewachung im Winterpalais in Leningrad!"Sehr richtig, Genosse Zaborski", sagte der alte Herr und erhob sich. Dann haben wir eben seit fünfzig Jahren eine Fälschung bewacht. Allem Anschein nach hatte der Zar das Original schon längst weggeschafft, als die Rote Armee den Winterpalast stürmte."Der kleingewachsene Chef des Staatssicherheitsdienstes rutschte nervös auf seinem Stuhl hin und her, während das Katz-und-Maus-Spiel weiterging. Nach all den Jahren an der Spitze des KGB hatte Zaborski auf der Stelle erfaßt, wem diesmal die Rolle der Maus zufiel, als um vier Uhr morgens das Telefon geklingelt hatte und ihm ausgerichtet worden war, Generalsekretär Breschnew fordere ihn dringend auf, sich bei ihm im Kreml zu melden - und zwar sofort.Wie können Sie so sicher sein, daß es eine Fälschung ist, Leonid Iljitsch?"Weil, mein lieber Zaborski, während der letzten achtzehn Monate das Alter sämtlicher Kunstschätze im Winterpalast mit Hilfe der Radiokarbonmethode bestimmt worden ist. Und dabei stellte sich heraus, daß dieses Bild, das wir für eines der Meisterwerke unserer Nation hielten, fünfhundert Jahre später als Rubljows Original gemalt worden ist."Aber von wem und zu welchem Zweck?" fragte der Chef des KGB ungläubig.Von den Experten hörte ich, daß es sich wahrscheinlich um die Arbeit eines Hofmalers handelt, der nur wenige Monate vor der Revolution den Auftrag erhalten hatte, die Kopie anzufertigen. Es hat den