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EIN MASKENBALL
ZUR GESCHICHTE DER OPER
Mit den drei herrlidien, überzeitlidien Werken „Rigoletto", „Troubadour" und „Traviata" hatte sidi Verdi ip der kurzen Zeit von nur drei Jahren die Unsterblidikeit errungen/ er war über mandies mißglüAte Werk hinweg zu einer Meistersdiaft gelangt, die die Welt gar wohl zu bewerten wußte. Und dodi waren die nädisten Werke ein soldi ausgesprodiener Mißerfolg, daß seine Freunde, die diesen Rückgang fühlten, jene Lebenszeit sdionend die „Periode der Ruhe" nannten. Es sdiien fast so, als habe sidi Verdi ausgesdirieben, als sei seine Kunst ersdiöpft. Da überrasdite er mit einer Gabe, die sein Genie von einer neuen Seite zeigte, mit der Meisteroper der Versdiwörungs-szenen, dem „Maskenball".
Das Textbudi, das Antonio Somma dem Drama Scribes, „Gustave, ou le bal masqué", etwas zu naiv entlehnt hat, sollte wieder einmal zu großen Kämpfen mit der Zensur führen, da die Hauptrolle in der Handlung das Attentat gegen einen König spielt und gerade damals ein Ansdilag Orsinis gegen Napoleon III. verübt war. Verdi begab sidi mit seiner fertigen Partitur nadi Neapel, wo die Oper für das Teatro San Carlo bestimmt war, stieß hier aber auf so heftigen, unerwarteten Widerstand der Zensur, daß er sidi sdiließlidi genötigt sah, das Werk zurüdizuziehen. Dem Impresario Jacovacci vom Teatro Apollo in Rom, der ein glühender Verehrer Verdis war, gelang es, was in Neapel unmöglidi sdiien, nur mußte die Hauptfigur Gustav III. in Ridiard Graf Warwidi, der Attentäter Ankerström in den Grafen René verwandelt und der Sdiauplatz nadi Amerika verlegt werden. Und nun konnte die Oper am 17. Februar 1859 im Teatro Apollo der Tiberstadt in Szene gehen. Die Besetzung war die folgende: