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EINLEITUNGDer Universalgelehrte Kätib Celebi ist unbestritten eine der bekanntesten Gestalten der osmanischen Kultur im 17. Jahrhundert. Er verdankt seinen bis heute andauernden Ruhm seiner schier unglaublichen Belesenheit in allen Wissensgebieten seiner Zeit, wovon zahlreiche Werke aus seiner Feder Zeugnis ablegen. Außerdem hat er sich durch Denkschriften zu religösen und politischen Fragen den Ruf eines kritischen Beobachters seiner Zeit erworben. Seine Weltbeschreibung öihännümä hat die Bewunderung der Zeitgenossen und der Nachwelt auf sich gezogen.Doch der Ruhm, den Kätib Celebi genießt, ist nicht uneingeschränkt. In seiner Heimat gilt er von wenigen Ausnahmen abgesehen als großer Gelehrter. Als solcher ist er im bisher ausführlichsten Beitrag zu seinem Werk, der Festschrift der Türk Tarih Kurumu zu seinem 300. Todestag 1957, gewürdigt worden. Der Tatsache, daß er vor der Epoche der "Verwestlichung" europäische Quellen erschloß, ist darin besondere Bedeutung beigemessen worden. Kätib Celebi erscheint hier als Pionier einer Entwicklung, die die Türken aus ihren "orientalischen" Welt herauslöste und zu einem Teil Europas machte. Dagegen ist einerseits unmittelbar einzuwenden, daß Kätib Celebi weder der erste noch der einzige war, der diesen Weg eingeschlagen hat. Unter denen, die ihm vorangingen, seien hier der Meister der maritimen Kartographie PTrT Re'Is, der hochgeschätzte Historiker tbrähim Pecevl und der anonyme Autor der ersten Beschreibung Amerikas, Tärih-i Hind-i Carbi, genannt. Zum anderen sind die Beiträge, die Kätib Celebi einzelne Werke würdigen, teilweise recht oberflächlich.^ Der Einfluß Europas auf Kätib Celebi ist darin mehr behauptet als untersucht worden. Wie oft wird ihm nicht ein Gedanke nachgerühmt, den er pauschal aus einer Quelle übernommen hat!Seit der Druckausgabe durch tbrähim Müteferriqa 1732 hat das öihännümä über zwei Jahrhunderte den Rang als "Hauptwerk der geographischen Literatur der Osmanen"^ behauptet. Im Osmanischen Reich wie in Europa schätzte man seinen Quellenwert, denn wenn man auch wußte, daß vieles darin aus zweiter Hand stammte, so war es doch hier schneller und einfacher greifbar als in anderen Werken.'^ F. Taeschner, dessen Darstellung der osmanischen geographischen Literatur heute noch die Grundlage aller weiteren Forschung bildet, hat'Kätip gelebi hakkinda incelemeler. TTK Yayinlarmdan VII. Seri, No. 33. Ankara 1957, nach-pdruckt Ankara 1985. Darin besonders der grundlegende Beitrag Gökyay 1957a. Cf. z.B. die Kritik von Kütükoglu 1957 an dem Beitrag von Selen in der erwähnten Festschrift (Selen 1957). ^Taeschner 1935."Cf. die Zitate bei Babinger 1919. 16.1