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I 3 er Eleve Schiller stand in der ersten Reihe der Zöglinge und starrte in den festlichen Glanz der Kerzen. Die grobe Halsbinde kratzte, und er hätte sich jucken mögen. Doch die Anwesenheit des brutalen Oberaufsehers Nies, der in Habt-Acht-Stellung vor der Abteilung verharrte, bannte jede Bewegung, auch wenn er den Zöglingen den Rücken kehrte. Morgen würde alles überstanden sein!
Wenn Friedrich Schiller den Kopf ein wenig wandte, obwohl es verboten war, konnte er den Vater auf der Galerie sitzen sehen. Schiller wagte ein leises Kopfnicken, und der Vater grüßte freundlich zurüdc. Sieben Jahre dauerte die Trennung nun, seit sieben Jahren war er der erbarmungslosen Zucht in der herzoglichen Militärakademie unterworfen.
Morgen würde alles vorüber sein! Warum fühlte er keinen Jubel bei diesem Gedanken? Gab es noch einen Zweifel, daß er die Uniform der Eleven ausziehen würde? Woher diese Unruhe in seinem Herzen? Was konnte ihm fehlen? Hatte er nicht seine wissenschaftliclie Abhandlung eingereicht, hatte er nicht bei der öffentlichen Disputation dreimal mit Glanz seine Thesen verteidigt, war ihm von dem verehrten jugendlichen Professor Abel nicht bereits angedeutet worden, daß er an diesem festlichen Abend drei Preise aus der Hand des Herzogs empfangen würde? Warum also diese Unruhe?
Der prunkvolle Saal füllte sich. Uniformen, kostbare Kleider, blitzende Diademe, blasierte Gesichter. Der Hofadel nahm seine Plätze ein. Ein Trompetenstoß, der den Herzog ankündigte, fuhr dem Eleven Schiller wie ein Schreck in die Glieder. Er fürchtete diesen Mann, der sein ganzes bisheriges Leben bestimmt hatte, wie am ersten Tage.