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Der August war gewittrig. Seine Schwüle machte das Atmen schwer. Ein niedriger grauer Himmel war bis auf die Straßen herabgesunken. Die große Rasenfläche vor dem Häuserblock war verbrannt. Wie grüne Inseln darauf stand der Klee. Corinna zupfte die vertrockneten Blüten der Petunien ab und legte sie in den Blumenkasten zur Humusbildung. Die Blumen müßten gegossen werden. Eine Feststellung, bei der es blieb.
Der Tag hatte so heiter begonnen. Nun war es nachmittags — drei Uhr. Vor einer Ewigkeit war es zehn Minuten vor drei.
Das waren die zwei Tage, die sie für sich allein haben wollte. Zwei freie Tage für die Uberstunden in Moskau. Wie hatte sie sich gefreut bei dem Gedanken an diese Tage. Sie hatte geglaübt, ihre Gereiztheit habe nur die eine Ursache, daß sie nie Zeit für sich fand, Stunden, in denen sie das Recht hatte, sie selbst zu sein. Sie zwang sich, den Gedanken, daß sie Gardinen waschen müsse, fortzuschieben. Wenigstens Staub saugen könnte sie. Aber diese Tage sollten doch ihr gehören, nicht diesem alltäglichen häuslichen Tun . . ., und wenn sie nur an der Balkontür lehnte und vor sich hin starrte.
Corinna hatte nicht geahnt, daß eine Gefahr in diesen Mußestunden liegen würde. Nun kam ihr die bittere Ahnung einer Erkenntnis — sie hatte es bereits verlernt, sie selbst zu sein. Ein Automat war sie geworden, in dem die Pflichten einprogrammiert waren. Gab es Zeitlücken im Programm, kam der Automat ins Stocken, begann bedrohlich im Leerlauf zu surren, und es war notwendig, ihn mit neuen Programmen zu speisen. Nein, sie durfte jetzt nicht Gardinen waschen, nicht Staub wischen. Sie
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