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Als Scheuerfrau im größten Hotel der Welt
Das ging eigentlich ganz gut — dachte ich, während ich das Formular mit den vielen neugierigen Fragen der Hotelleitung ausstellte. Wo ich schon überall angestellt war, ob ich die Absicht habe, falls ich nicht Amerikanerin sein sollte, eine zu werden. Und vor allem, wen man verständigen soll für den Fall, daß ich erkranke. Daß man gleich auf das Schlimmste gefaßt ist, klingt zwar nicht gerade ermutigend, aber sonst scheine ich es gar nicht so schlecht getroffen zu haben. Ich hätte zwar nicht verraten sollen, daß ich erst seit einigen Tagen in Amerika bin. Es wäre vielleicht doch besser gewesen, Stubenmädchen zu werden, obgleich zwanzig Zimmer und zwanzig Badezimmer in sieben Stunden zu reinigen keine Kleinigkeit ist. Ob ich das fertiggebracht hätte? Und die Beruhigung, daß ich später fünfundzwanzig Zimmer und fünfundzwanzig Badezimmer in Ordnung zu bringen hätte? Nun werde ich wenigstens leichte Arbeit haben, nur die Ordinationszimmer des Zahnarztes zu reinigen, die Nickelinstrumente zu putzen. Was kann daran schon schwer sein? Viel verdiene ich gerade nicht. Täglich einen Dollar. — Aber ich habe volle Verpflegung und „Zimmer mit Bad", sagte die freundliche alte Dame, die mich aufgenommen hat.
Auf dem Löschpapier, auf dem Formular, überhaupt wohin man nur blickt, steht zu lesen, daß man sich in dem größten Hotel der Welt befindet mit zweitausendundzweihundert Zimmern und zweitausendundzweihundert Bädern und ich bin nicht wenig stolz, daß es mir gelungen ist, hier eine, wenn auch bescheidene Stellung zu finden.
Ich erscheine deshalb sehr erwartungsvoll am nächsten Morgen um acht Uhr. Es dauerte eine Weile, bis wieder alle Formalitäten erledigt sind und ich auf's Zimmer geführt werde.
Das „Zimmer mit Bad" ist ein langer, stockfinsterer Raum, iu dem acht Betten stehen. Ich bekomme das Fach eines langen Blechkastens als Kleiderschrank zugewiesen. Dann gibt man mir eine Nummer, ich bin Nummer 952, eine Eßkarte, eine blauweiß gestreifte Uniform und eine Karte, die ich bei Beginn und Ende meiner Arbeit abstempeln lassen muß.
Endlich erhalte ich einen Eimer, Seife, Tücher, eine Scheuerbürste und einen kleinen Teppich (wozu dies alles?), während die freundliche alte Dame, die mir heute schon weniger freundlich erscheint, mich in einen geräumigen Vorraum führt und mir erklärt, daß ich diesen aufwischen muß. (Aber wie ist es mit dem Ordinationszimmer des Zahnarztes?)