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Zu beiden Seiten des schmalen Bergweges stand der dunkle Fichtenwald. Ein sehr altér Wald mit schweren Ásten, grau in der Rinde und erprobt in tausend Stürmen. Dieser enge Weg, auf dem höeh-stens ein Almkarren fahren konnte, war eine wie mit hellem Gold gefüllte Schlucht, weil das Sonnen-licht um diese Stunde gerade durch die Lücke der Wipfel hereinfiel.
Auf diesem Weg ging eine junge Frau. Ein helles Kopftuch bedeckte ihr dunkelblondes Haar. Der Hitze wegen hatte sie es unter dem Kinn nicht ver-knotet, sondern liefí es an beiden Seiten herunter-hángen. Auf dem Rücken trug sie einen prallgefüll-ten Rucksack, in der Hand einen langen Bergstock mit einer Eisenspitze. Sie ging ein wenig mühsam, als hátte sie Atemnot, und manchmal blieb sie ste-hen, um den Geráuschen zu lauschen, die aus dem Walde selbst kamen oder als Echo in ihm widertön-ten; das Herdengebimmel einer nahen Alm zum Beispiel oder der helle Klang, wenn sie unversehens mit der Eisenspitze des Bergstockes an einen Stein stiefi.
Endlich kam sie zu der Blockhütte, in der Holz-arbeiter und Jáger hausten. Um diese Stunde aber war sie noch verschlossen. Es war ja erst drei Uhr, und vor fünf kamen die Mánner nicht zurück, und dann auch nur die, die eben um fünf Uhr Feier-abend machten. Ihr Mann, der Thomas Burgstaller, der kannte freilich keinen Feierabend. Der schufte-te bis zur Dunkelheit und wohnte auch zur Zeit nicht in der Holzerhütte, sondern hauste hoch dro-ben im Wald in einer Rindenhütte, Rindenkobel ge-
nannt.
Thomas Burgstaller hatte sich verpflichtet, für