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Es begab sich aber zu der Zeit, daB ein Gebot von dem König Stephan ausging, daB auch die Stadt Riga nach dem neuen Kalender leben solle. Und dieses Gebot war das dritte und geschah zu der Zeit, als Nikolaus Eke Burggraf zu Riga war. Der neue Kalender, errechnet von dem Astronomen Lilio und von Seiner Heiligkeit Gregor XIII. mit seinem Namen und pápstlichem Segen bedacht, stahl diesem Jahr zehn Tage und machte damit jedermann auf einen Schlag um dieselbe Zeit álter. Die Bürger der evangelischen Stadt erkannten darin eine neue Niedertracht der Jesuiten und verlangten von ihrem Rat, daB das Jahr nach altem Brauche ablaufe. Der Rat aber beugte sich dem Spruche seines Oberherrn, befahl, nicht ohne Widerspruch aus den eigenen Reihen, die Festtage auf neue Weise, alsó zehn Tage früher, zu begehen, und lieB, da die Pastoren nicht vor leeren Bánken predigen wollten, das niedere, undeutsche Volk mit Peitschen in die Kirchen treiben. Die Bürger gingen ihrer Arbeit nach wie an allén Werktagen, ballten die Fausté in den Taschen, und wenn ihrer zwei oder drei zusammenstanden, murrten sie. „Der Rat hat uns an Rom verkauft um seines eigenen Vorteils willen." Er regiere allzu selbstherrlich, achte nicht den Willen der Bürger, gebe nicht Rechenschaft, und Bürgermeister und Ratsverwandte trügen zu jedem Feiertag práchtigere Gewánder, bei ihren Gelagen bogén sich die Tische, wáhrend die Bürger jeden Groschen dreimal umdrehten, bevor sie ihn zum Markt trugen. Als nun die Weihnachtstage des altén Kalenders her-