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Marianne Rozsondai und Konrád von RabenauEine Platté mit dem Bildnis von Calvin und Beza auf Wittenberger Einbánden für ungarische StudentenVorbernerkungDie Autoren dieses Artikels habén fast gleichzeitig bei ihren Einbandstudien In ungarischen Bibliothe-ken eine nnerwartete Entdeckung gemacht: Nicht nur Luther und Melanchthon sind in dér Reformati-onszeit auf Einbandplatten abgebildet worden, son-dern auch der Genfer Reformátor Jean Calvin und sein Nachfolger Théodore de Béze. Durch die ge-meinsame Veröffentlichung ihrer Funde soll die an-regende und förderliche Zusammenarbeit der beiden Autoren einen sichtbaren Ausdruck finden.Die Abschnitte über die ikonographische Herlei-tung und den EiníluB ungarischer Studenten in Wittenberg hat aufgrund álterer Vorarbeiten Konrád von Rabenau übernommen. Er möchte bei dieser Gelegenheit auch seinen Dank für die groBe Gast-freundschaft aussprechen, die er in Budapest und von den Reformierten Kollegien in Debrecen, Pápa und Sárospatak genossen hat2Beschreibung der BandeA.[Mornay, Philippe] Mornaeus, Pi-iilippus: De veritate religionis christianae liber. Adversus Atheos, Epicureos, Ethnicos, ludaeos, Mahu-medistas et caeteros Infideles. Latiné versus ab eodem correctus. Lugduni Batavorum, 1587, ex off. Plantiniana, apud F. Raphelengium. (32), 791 S.Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest, Signatur: 542.609.B.[Calvin, Jean] Calvinus, Ioannes: Institutio christianae religionis. Genevae, 1585, E. Vignon et Io. Le Preux. (24), 509, (49) S. Bibliothek des Transdanubischen Kirchenbezirks der Reformierten Kirche Ungarns, Pápa (vormals Bibliothek des Reformierten Kollegiums)3, Signatur: K III 457.Beide Werke übten durch ihre Fragestellung, die Klarheit der Gedankenführung und die sprachliche Gestaltung einen wesentlichen EiníluB auf die Zeit-genossen aus. Calvin hat seine Darlegung des Chri-stenglaubens als Zusammenfassung des reforma-torischen Gedankenguts zuerst 1536 in StraBburg veröffentlicht, dreimal überarbeitet und zuletzt in latéinischer und französischer Form vorgelegt (Abb. 1). Das Werk hatte für die Reformierten die gleiche Bedeutung wie die hoci communes bzw. die hoci theologici Philipp Melanchthons für die Luthe-raner. Deshalb hat es vor allém in Genf immer neue Auflagen erlebt4Der französische Staatsmann und Laientheologe Philippe de Mornay, Seigneur du Plessis-Marly, Báron de La Forét-sur-Sévre, war lange Zeit Berater und Stütze von König Heinrich von Navarra, der als Heinrich IV. den französischen Thron bestieg. Auf einer langen Studienreise durch Európa hatte er sich eine umfassende Bildung angeeignet und war nicht nur mit der geistigen Verteidigung des Prote-stantismus bescháftigt, sondern stellte sich auch den Herausforderungen des Christentums durch die in der Renaissance aufkommenden atheistischen und epikuráischen Tendenzen sowie der Begegnung mit Judentum und Islam. Sein apologetisches Werk1Marianne Rozsondai: Signierte Renaissarice-Einbánde deutschen Typs aus dem 16. Jahrhundert. In: GJ 1988,S. 290 f. Auf den hier behandelten Einband hat sie S. 298 unter den Initialen I C aufmerksam gemacht.2Stellvertretend für die vielen, die ihm geholfen habén, nennt er in der zeitlichen Folge seiner Besuche Professor Ujszászy Kálmán und Pastor D. Szegle Imre in Sárospatak, Direktor Kövy Zsolt in Pápa. Bischof Dr. Kocsis Elemér und Professor Dr, Csohány János in Debrecen.3Wir danken der Leitung der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest und der des Transdanubischen Kirchenbezirks der Reformierten Kirche Ungarns, Pápa. daB wir die genannten Einbánde veröffent-lichen dürfen.4Vgl. die Artikel über Jean Calvin von Rudolf Stáhelin, in; Realenzyklopádie für protestantische Theologie und Kirche. 3. Aufl. (= RE3). Bd 3. Leipzig 1897. S. 654-683. -Willem Nijenhuis, in: Theoiogische Realenzyklopádie(= TRE). Bd 7. Berlin-New York 1981, S. 568-592. Náheres über die verschiedenen Editionen findet sich in Jean Calvin: Opera quae supersunt omnia. Vol. r. Braun-schweig 1863. S. XXIII -XLV (Corpus Reformátorom. 29) und bei Alfréd Erichson: Bibliographia Calviniana. Berlin 1900 (Repr. 1960), S. 38.