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Prolog
Mittwoch, 25. Juni
Er folgte dem schmalen Pfad, bis dieser scharf nach links abbog. Als er die Wendung erreichte, hielt er unvermittelt an, wohl wissend, wie steil der Boden abfiel hinter der Wand aus Reben und Dornensträuchern, die sich vor ihm aufbaute. Er stand am Rand einer etwa sechs Meter tiefen Böschung. Den Feldstecher fest im Griff, teilte er vorsichtig den grünen Vorhang, ähnlich einem Schauspieler, der einen heimlichen Blick auf sein Publikum riskiert. Da waren sie, saßen auf dem schmalen Kiesstreifen, der sich rund um den Teich zog. Die Frau lehnte sich auf dem ramponierten Strandstuhl zurück, während sich der Junge neben ihr auf einem Handtuch platziert hatte. Sie waren beide nackt. Während er sich fragte, ob er zu früh oder zu spät gekommen war, setzte er das Fernglas an die Augen und richtete es auf die Frau.
Als er sie zum ersten Mal durch die Gläser betrachtete, hatte sie sich zu seiner Überraschung als wesentlich älter erwiesen, als sie aus der Ferne wirkte. Das minderte jedoch keineswegs den Eindruck, den sie hinterließ. Sie war groß, schlank, feinknochig und so graziös wie eine Ballerina - dieser Eigenschaften wegen hatte er sie für eine viel jüngere Frau gehalten. Ihr kastanienbraunes Haar, das sie aus dem Gesicht gezogen und mit einem Band zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte, war zu schön nuanciert, um etwas anderes