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1 „Folgen Sie mir bitte." Sofia Romanowa ging
mit kurzen, schnellen Schritten zum Ausgang des Flughafengebäudes, ohne sich noch einmal umzublicken. Sie wußte, daß alle ihr folgen würden. Sie war seit zwölf Jahren Reiseleiterin. Es folgten ihr siebzehn Frauen, vierzehn Männer und drei Kinder: die Reisegruppe 30-76-287 aus Berlin, darunter ein Arzt und zwei Zahnärzte, ein Biologe und ein Betriebsleiter, ein Pfarrer und drei Hausfrauen, zwei Metallarbeiter und ein Agronom, ein Student und vier Rentner, ein Mörder und sein Opfer — nur, die beiden ahnten es noch nicht.
Dieter Gotthardt gähnte so ungeniert, daß die in seiner Nähe Stehenden erschrocken herumfuhren, als hätten sie den Schrei eines wilden Tieres vernommen. Seine Frau biß sich auf die Lippen, um ihr Lachen zu unterdrücken. ,,Du sei bloß ruhig", sagte ihr Mann, „du hast im Flugzeug so laut geschnarcht, daß die Piloten angerannt kamen; sie dachten, der Rumpf zerbirst." ,,Habe ich wirklich geschnarcht?"
„Hast du. — Warum auch nicht? Haben wir uns den Schlaf nicht redlich verdient?"
Sie sahen beide grau aus, über ihre Jahre gealtert, Gotthardt wirkte erschöpft, und das nicht nur vom Koffertragen. Aber auch die anderen saßen stumm im Bus, übernächtig, selbst die Kinder sagten nichts. Bis auf die Kunacks, die schon einmal hier gewesen waren, blickten alle gespannt zu den Fenstern hinaus, sahen aber nur vorüberhuschende Bäume,