Bővebb ismertető
Das Grüne Gewölbe war die Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten. Es enthält über 3000 Werke aus Gold, Silber und Edelsteinen, aus Elfenbein, Ebenholz und Bernstein, aber auch aus Glas, Messing und Bronze. Dies ist die größte Pretiosensammlung des europäischen Kontinents. In der gegenwärtigen Ausstellung wird etwa die Hälfte dieses Bestandes gezeigt. Dabei wurden die einzelnen Gruppen unterschiedlich repräsentiert. Zum Beispiel sind von den starken Beständen aus Elfenbein, Bronze und Bergkristall der größte Teil noch deponiert. Vom Schmuck hingegen ist fast der ganze Besitz der Sammlung ausgestellt. Der Umfang dieses Schatzes und seine künstlerische Qualität sind erklärbar aus der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung sowie aus der Geschichte des Kurfürstentums Sachsen. In den Bergen dieses Landes wurde am Ende des 12. Jahrhunderts Silber gefunden. In der Folgezeit entwickelte sich der Bergbau stürmisch, und das Kurfürstentum wurde zu einem der stärksten Exporteure Europas für dieses Edelmetall, sowie für Zinn, Eisen, Kupfer, Kobalt und für wertvolle Steine, wie Serpentin und Jaspis. Im späten Mittelalter war bereits ein produktionsstarkes Bürgertum vorhanden. Städte, die heute unbedeutend sind, erbauten sich Kirchen, die denen der mächtigen Hansestädte des Nordens an Umfang gleich kamen und sie an Pracht der Innenausstattung übertrafen. Im 16. Jahrhundert errichteten die Bürger auf ihren Marktplätzen Rathäuser, mit denen verglichen die Schlösser des Adels bescheiden wirkten. Nicht zufällig war dies das Ursprungsland und für lange Zeit die führende Macht des europäischen Protestantismus.
Diesen Umständen entsprechend waren Interesse und Kenntnisse auf ökonomischem Gebiet bei den sächsischen Kurfürsten
vom Hause Wettin überdurchschnittlich entwickelt, desgleichen ihre Fähigkeit, handwerkliche Leistungen zu beurteilen. Die Gründung der Dresdener Kunstkammer durch den Kurfürsten August im Jahre 1560 bestätigt dies. Dieses Universalmuseum umfaßte alle damals bekannten Zweige der Technik und der Wissenschaften. Gemälden und Skulpturen war eine Nebenrolle zugewiesen. Wichtige Bestände des Grünen Gewölbes sind dieser Sammlung später entnommen worden: besonders kostbare Werke aus vergoldetem Silber, kombiniert mit Naturalien wie Straußeneiern, Kokosnüssen, Seemuscheln und Korallen, astronomische Uhren und gedrechselte Elfenbein-Kunststücke.
Außer der Kunstkammer gab es im Dresdener Residenzschloß noch einen Tresor-Raum, die „Geheime Verwahrung". Ursprünglich bestand sie aus einem Raum im Erdgeschoß, später wurden noch zwei benachbarte hinzugezogen. Diese Raumgruppe galt als die gegen Feuer und Einbruch sicherste der Residenz. Ihre Außenwände waren über zwei Meter stark, die Fenster durch schwere Gitter und eiserne Läden gesichert, die Decken waren gewölbt. Feuer konnte die dort eingelagerten Staatspapiere, Geldvorräte und Kleinodien nicht erreichen. Eine im inneren Mauerwerk verborgene Wendeltreppe führte zu den kurfürstlichen Wohnräumen. Der Ursprungsraum war grün gestrichen, und so mag in der Umgangssprache der Schloßbewohner der Begriff „Grünes Gewölbe" entstanden sein. In diesen Räumen wurde in den Jahren 1723 bis 1724 das erste Schatzkammer-Museum eingerichtet. Seine Bestände wurden der geheimen Verwahrung, der Kunstkammer und zum Teil auch der Silberkammer entnommen, die für die Aufbewahrung und Pflege des kurfürstlichen Tafelsilbers bestimmt war.
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